zuletzt aktualisiert vor

„So heftig war es noch nie“ Übungen auf Meppener Schießplatz - Geschützfeuer war noch in Papenburg zu hören

Meine Nachrichten

Um das Thema Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Panzerhaubitze 2000. Foto: Ralf Dillenburger/wikipediaDie Panzerhaubitze 2000. Foto: Ralf Dillenburger/wikipedia

Papenburg/Meppen. Plötzlich wird die morgendliche Ruhe durch einen lauten Knall unterbrochen. Da haben die Glasscheiben im Wintergarten gewackelt, berichtet Werner Traeger aus Dörpen. Etwa zehn Kilometer weiter, so vermutet er, haben Granaten der Bundeswehr eingeschlagen.

<p>„So heftig war es noch nie“, sagt Traeger über die Geräuschkulisse der derzeitigen Erprobungen auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienstelle für Waffen und Munition 91 (WTD 91). Traeger wohnt mit seiner Frau Margit seit 1982 in dem Haus in Dörpen. In der Samtgemeinde lebt er bereits seit 1974. „Wir haben wohl mal ein Donnern gehört“, so Traeger weiter. Doch am Morgen des 30. Januar ist das Donnern und Knallen lauter. Selbst das Geschirr in den Schränken und Regalen habe vibriert. Traeger fühlt sich an das Erdbeben erinnert, dass er in Konstanz vor Jahren erlebte oder an tieffliegende Jagdflugzeuge zu Zeiten des Kalten Krieges. Erst am Nachmittag wird es wieder ruhiger. „Die Abfolge des Donnerns war sehr schnell und heftig“, beschreibt er die Geräuschkulisse.

 

</p><p> Schnell wird ihm klar, dass wahrscheinlich neue Geräte auf der WTD 91 getestet werden. Kurz zuvor hat die Bundeswehr mitgeteilt, dass bis Mitte März eine Testreihe mit der Panzerhaubitze 2000 durchgeführt wird. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte die Pressestelle der Bundeswehr: „Es werden modernste Radargeräte und Kamerasysteme zur Vermessung der Geschossflugbahnen und akustische Sensoren zur Ermittlung des Bodentreffbildes eingesetzt.“ Weiter sollen während der Testphase verschiedene Untersuchungen an dem Kettenfahrzeug selbst durchgeführt werden. Ein Mitarbeiter der Anlage berichtet, dass beim Abschuss in Meppen hingegen wenig zu hören sei.

 

</p><p> „Durch die Wetterlage wird zurzeit der Schall sehr weit getragen. Durch Reflexionen an verschiedenen Luftschichten kann sich der Schall weiter als normal ausbreiten. Das Explosionsgeräusch der Granaten wird dadurch auch dort hörbar, wo normalerweise nichts mehr an kommt“, vermutet Martin H. auf der Internetseite EL-Nachbarn.de.

 

</p><p>Selbst in Papenburg ist das Knallen am 30. Januar noch zu vernehmen. Wie die Polizei in der Kanalstadt auf Anfrage mitteilte, haben mehrere Bürger bei den Beamten nach der Ursache für das Grollen und Donnern in der Ferne gefragt. „Heute früh hatte ich noch gedacht, es wäre Schutt, der in einen Container geworfen wird“, glaubt EL-Nachbarin Manuela S. zuerst, da auf dem Grundstück gegenüber ein Haus abgerissen wird. Erst später am Mittag fragt sie auf dem Mitmachnetzwerk nach der Ursache des Grollens. Antworten von weiteren Nutzern, die das Donnern auch hörten, folgten schnell.

</p><p>Aus der Dienststelle der WTD 91 heißt es weiter, dass die „schieß- und sprengtechnischen Aktivitäten zur Gewährleistung von funktionsfähigem und betriebssicherem Wehrmaterial zum Schutz unserer Soldaten und zur Erfüllung des grundgesetzlichen Verteidigungsauftrages nötig“ seien. Zudem sollen die Tests auf den unbedingt erforderlichen Umfang beschränkt bleiben. </p> 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN