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Unermüdlicher Einsatz für den Nachwuchs

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Vermutlich besitzt Johanna Lagemann nicht nur ein einziges Fotoalbum. Eines davon aber dürfte für viele interessant sein: In ihm ist die Geschichte des Belmer Kindertreffs dokumentiert. Und der feiert am Samstag, 22. September, sein zehnjähriges Bestehen.

Besagtes Album kann sich sehen lassen: Die Fotos sind chronologisch lückenlos eingeklebt und ordentlich beschriftet. Liebevoller und sorgfältiger könnte man es für seine eigenen Kinder nicht machen. Und irgendwie ist Johanna Lagemann ja auch nicht nur Leiterin des Kindertreffs, sondern so etwas wie dessen Mutter. Eine solche Sonderstellung weist sie jedoch weit von sich, lobt umso mehr ihre Kollegen, egal ob Praktikantin, Honorarkraft, ehren- oder hauptamtlich Tätige, die Unterstützung von Gemeinde und Bistum und vor allem von Vereinen, Verbänden und Privatleuten, "ohne die unsere Arbeit gar nicht möglich wäre".

Ja, der Kindertreff, der nachmittags von durchschnittlich 60 Kindern, vorwiegend aus dem Sanierungsgebiet, besucht wird, hat sich entwickelt. Ausgehend von einem Arbeitskreis der katholischen Kirchengemeinde Mitte der 90er Jahre ("Wir nannten uns damals tatsächlich 'Aussiedlerteam'"), der ursprünglich Anlaufstelle für erwachsene Aussiedler sein wollte, zeigte sich schnell, dass vor allem deren Kinder eine solche Anlaufstelle brauchten.

"Jeden Dienstagnachmittag kamen etwa 25 Jungen und Mädchen zu uns. Immer häufiger äußerten sie den Wunsch nach Betreuung auch an den anderen Nachmittagen", erinnert sich Lagemann. Ein solches Angebot, das war klar, konnte aber rein ehrenamtlich nicht mehr bewältigt werden. Unterstützung kam vom Bistum und maßgeblich von der Gemeinde. "Pastor Kreutzjans hat sich sehr für unsere Sache eingesetzt", betont Lagemann. Im September 1997 schließlich wurde der Kindertreff im damaligen Begegnungszentrum an der Ringstraße eingerichtet. Viel ist seitdem passiert: Eine Windhose machte einen Umzug erforderlich, der Treff war zwischenzeitlich im Container, dann im Jugendtreff untergebracht, bis er vor vier Jahren die Räume in der Grundschule Powe beziehen konnte.

Auch das Angebot hat sich gemausert: Neben dem offenen Treff bietet die Einrichtung Sport und Kreativangebote, Hausaufgabenhilfe und nachschulische Betreuung mit gemeinsamem Mittagessen für die Schüler der Grundschulen Belm und Powe. Neuerdings wird in Kooperation mit Grundschulen, Familienservicebüro und Landkreis eine landesweite Maßnahme umgesetzt, bei der Kinder mit erhöhtem Bedarf in Kleingruppen intensiv gefördert werden. Alternativen zur Freizeitgestaltung aufzeigen, Bildung und soziale Werte vermitteln, Kreativität fördern, Bewegung und gesunde Ernährung sicherstellen, beschreibt Lagemann die elementaren Aufgaben des Treffs. "Und all das wird gerne angenommen. Unsere Kinder sind ganz, ganz wissbegierig", sagt sie. Unsere Kinder, das sind ihre Kinder. Und umgekehrt.


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