zuletzt aktualisiert vor

Nach vier Jahren Bücherei von Schülern für Schüler: Elftklässlerinnen des Osnabrücker Gymnasiums „In der Wüste“ feiern Eröffnung

Meine Nachrichten

Um das Thema Vermischtes Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

<em>Zur Eröffnung ihrer Bibliothek </em>kam eine ihrer Lieblingsautorinnen: Über den Besuch von (von links) Antonia Michaelis freuten sich Bodil Jessen-Klingenberg, Clara Brinkmeyer und Dara Szielinski. Foto: Klaus LindemannZur Eröffnung ihrer Bibliothek kam eine ihrer Lieblingsautorinnen: Über den Besuch von (von links) Antonia Michaelis freuten sich Bodil Jessen-Klingenberg, Clara Brinkmeyer und Dara Szielinski. Foto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Drei Mädchen, ein alter, staubiger Raum im Schulgebäude und jede Menge Motivation, etwas Neues zu schaffen: Am Gymnasium „In der Wüste“ hat diese Situation zu einer nagelneuen Schülerbücherei geführt. Mit einer Lesung der Kinder- und Jugendbuchautorin Antonia Michaelis haben die drei Elftklässlerinnen Bodil Jessen-Klingenberg, Clara Brinkmeyer und Dara Szielinski „ihre“ Schülerbücherei am Donnerstag eröffnet.

Blättern wir im Kalender vier Jahre zurück: Die Mädchen waren in der siebten Klasse und wurden von ihrem Deutschlehrer angesprochen, ob sie sich nicht um die Schülerbücherei kümmern wollen. Ein wenig Feinschliff, Ordnung und die eine oder andere Erneuerung würden dem Bücherraum guttun. Bodil, Clara und Dara konnten dem nur zustimmen und machten sich an die Arbeit: Das Projekt „Schülerbücherei“ wurde ihr persönliches Freizeitunterfangen.

Nicht, dass es vier Jahre gedauert hätte, die Bücherei in Schuss zu bringen – doch als alles erst einmal fertig renoviert war, überlegten sich die jungen Damen, in den Raum der ehemaligen Lehrerbücherei umzuziehen. Der Vorteil: Hier stand ihnen wesentlich mehr Platz zur Verfügung, all die Bücherregale mit Leseecken und Arbeitsplätzen zu kombinieren. Zudem sollten die Bücherregale neuen Inhalt bekommen: „Wir haben Verlage angeschrieben, bei Wettbewerben mitgemacht, in der Pause Waffeln verkauft und Sponsoren angeschrieben“, berichtet Bodil Jessen-Klingenberg über die diversen Aktivitäten, die sie und ihre Mitschülerinnen unternommen haben, um an neue Bücher zu kommen. „Die anderen Schüler konnten und können auch immer Wünsche äußern, und wir schauen dann, inwiefern wir die Bücher besorgen können“, berichtet die 17-Jährige.

Für die Eröffnung am gestrigen Donnerstag haben sie und ihre beiden Mitschülerinnen jedoch darauf geachtet, was sie selbst gern lesen. Und das sind unter anderem die Werke von Antonia Michaelis. Als den Schülerinnen zu Ohren kam, dass die Autorin ohnehin im November nach Osnabrück kommt, haben sie alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass die bekannte Autorin dann auch zur Eröffnung der Bücherei kommt. Der Plan ist aufgegangen: Vor der offiziellen Lesung hatten Bodil, Clara und Dara sogar noch Gelegenheit, sich mit der Autorin über ihre eigenen Erinnerungen zu Schülerbüchereien, Lieblingsbüchern und weniger beliebten Klassikern aus dem Deutschunterricht auszutauschen. Und Michaelis nahm kein Blatt vor den Mund: „Effi Briest und all das, was wir lesen sollten, war nicht so sehr meins!“ Lieber habe sie heimlich Arno Schmidt gelesen und für die Klassenarbeiten kurz vorher Zusammenfassungen aus einem Literaturlexikon herangezogen. „Das hat immer geklappt, ich hatte immer eine Eins, und Methoden habe ich dabei auch noch gelernt!“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN