zuletzt aktualisiert vor

Ein Messbuch extra für Vinnen St.-Antonius-Kirche präsentiert sich beim Tag des offenen Denkmals

Von Iris Kroehnert

Meine Nachrichten

Um das Thema Vermischtes Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


ik Vinnen. Die Aktion zum Tag des offenen Denkmals stand in diesem Jahr unter dem Motto „Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert“. Im Altkreis Meppen beteiligten sich die St.-Martinus-Kirche in Haren, die Aselager Mühle und die St.-Antonius-Kirche in Vinnen. Besucher konnten sich im Rahmen von Führungen über die Bauwerke informieren.

Dass die im 19. Jahrhundert erbaute St.-Antonius-Kirche einen deutlich älteren Schatz birgt, wurde recht bald bei der Führung deutlich, die von Küsterin Elisabeth Riedemann und Gästeführerin Ilse Jandt geleitet wurde. Beide Frauen präsentierten ein handgeschriebenes Messbuch aus Pergament. Elisabeth Riedemann sagt zum Alter der bibliophilen Kostbarkeit: „Das Buch stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert und wurde extra für Vinnen geschrieben.“ Aufbewahrt wird das Messbuch heute in einem säurefreien Behälter im Safe.

Nicht minder bemerkenswert ist das romanische Taufbecken, das laut Riedemann aus dem 13. Jahrhundert stammt. Gefertigt ist es aus Bentheimer Sandstein und geht auf die Benediktiner zurück. „Leider liegen uns hierzu keine weiteren Informationen vor“, sagt Ilse Jandt, „auch wissen wir nicht, auf welchen Wegen das Taufbecken nach Vinnen gelangte.“

Altar von 1760

Vom Altar hingegen ist bekannt, dass er aus dem Jahr 1760 stammt und vom Franziskanerkloster in Aschendorf überlassen wurde. Als Figur am Altar ist auch der heilige Antonius, der Namenspatron der Kirche, dargestellt. „Er ist auch der Schutzpatron der Haustiere und besonders der Schweine“, berichtet Ilse Jandt und erklärt, dass dieser Heilige häufig mit einem Schwein auf dem Arm abgebildet werde. „So zum Beispiel in Westrum“, sagt sie. Anders hingegen verhalte es sich mit dem Altar in Vinnen. Hier hält der heilige Antonius das Jesuskind auf dem Arm.

Von der Kanzel ist überliefert, dass diese nach den Plänen des Baumeisters Josef Niehaus aus Häselünne, der auch für den Bau der gesamten Kirche verantwortlich zeichnete, gefertigt wurde. Der Kronleuchter der Kirche stammt aus Holte. Alten Unterlagen zufolge wurde er von dem Vinner Mädchen Marie Brinker mit der Schubkarre von Holte nach Vinnen transportiert. Dies soll sich im Jahr 1860 zugetragen haben. Die Orgel der St.-Antonius-Kirche stammt aus dem Jahr 1865 und sei ein Instrument von hoher Qualität, wie Elisabeth Riedemann betont. Sie verweist dabei auf den Osnabrücker Orgelsachverständigen Franz-Josef Rahe, der das Instrument vor etwa drei Jahren restauriert habe.

Innen wurde die Kirche im Jahr 1970 komplett renoviert. Dabei sei das Deckengemälde aus den 1920er-Jahren heruntergebröckelt. Elisabeth Riedemann, die sich noch gut an das Gemälde erinnern kann, bedauert, dass eine Rettung des Kunstwerks seinerzeit nicht möglich war. Die Kirchenfenster stammen zum größten Teil aus der Bauzeit, also aus den Jahren 1853–1858. Die Originalfenster weisen im Glas die Prägung der Namen ihrer Spender auf. Aufgrund der Einwirkungen des Zweiten Weltkrieges wurden einige der Originalfenster zerstört und durch neue ersetzt.

Die ursprünglichen Glocken mussten während des Krieges abgegeben werden. Ersatz bekam die Kirche nach Beendigung des Krieges im Jahr 1947. Lediglich eine kleine alte Glocke habe die Kriegszeit überstanden. Diese habe nach Wiederauffinden einen Riss getragen und wurde später restauriert. Eingesetzt wird sie heute in einem kleinen externen Glockenturm. Nicht mehr vorhanden sind auch die Kastanienbäume, die ursprünglich rund um die Kirche gepflanzt waren. Bis in die 1950er-Jahre gehörten die Bäume zum Bild der Kirche, wie Elisabeth Riedemann berichtet.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN