zuletzt aktualisiert vor

„Schwarze Gesellen“ dürfen dezimiert werden

Große Schäden richten die Rabenkrähen in der Landwirtschaft an. Vor diesem Hintergrund wurde die Bejagung der „schwarzen Gesellen“ wieder ermöglicht. Auch im Bereich des Landkreises Emsland können Rabenkrähen und auch Elstern in der Zeit vom 1. August bis zum 31. März bejagt werden.

„Silagen und Rundballen können heute kaum noch ohne teuren Schutz in Form von Krähenschutznetzen gelagert werden“, schildert Hegeringleiter und Landwirt Leo Langenhorst aus Messingen die Situation und die eigenen Erfahrungen. Immer wieder seien Bitten der Landwirte an die Jäger herangetragen worden, „etwas gegen die Krähenplage zu tun“. Der Gesetzgeber habe entsprechend reagiert.

Doch die Bejagung der Rabenkrähe, die keine natürlichen Feinde hat und sich ungehindert vermehrte, sei sehr schwierig. „Wir haben es mit einem äußerst vorsichtigen und schlauen Vogel zu tun“, erklärte auch Jägerschaftsvorsitzender August Feldmann. Er wies zudem auf die großen Schäden in den Niederwildrevieren und in der heimischen Vogelwelt hin. Kein Gelege sei vor den Rabenkrähen und den Elstern sicher. Dieses gelte ebenso für die Singvögel und auch für das Jungwild.

Die Jägerschaft Lingen hatte im vergangenen Jahr angesichts der Diskussion auf Initiative von Hegeringleiter Leo Langenhorst ein Seminar mit dem Leiter des Jägerlehrhofes in Springe, Sven Lübbers, organisiert. Dieser bot den Teilnehmern einen Einblick und viele Kniffs in die effektive Krähenbejagung.

„Wir haben anschließend versucht, das Erlernte in die Praxis umzusetzen“, schildern Frank Langenhorst und André Rensen ihre zunächst nicht so erfolgreichen Bemühungen. Man müsse an vieles denken und immer dazulernen. Es sei schon erstaunlich, auf was die Krähen alles achten und bei unsicherer Lage nicht anfliegen.

Ab dem 1. August wollen die beiden jungen Jäger wieder „angreifen“. „Zu Beginn der Jagdzeit sind die größten Strecken möglich“, erläutert Frank Langenhorst. Das hänge mit dem hohen Anteil der noch unerfahrenen Jungkrähen und der Vertrautheit der Altkrähen infolge der Schonzeit zusammen.

Die passionierten jungen Jäger haben sich eine entsprechende Tarnkleidung sowie etwa 20 Lockkrähen angeschafft. Man dürfe bei der Krähenjagd in puncto Tarnung nichts dem Zufall überlassen, weiß André Rensen. Rabenkrähen verfügen über eine hervorragende optische Wahrnehmung. Farben, starke Hell-dunkel-Konturen und Bewegungen werden sofort erkannt. Mit den Krähenattrappen wird ein „attraktives Lockbild“ simuliert.

„Wir hoffen, dass sich möglichst viele Reviere an der nachhaltigen Krähenbejagung beteiligen“, weist Leo Langenhorst auf den Grundsatz hin, dass eine möglichst flächendeckende Bejagung den größten Erfolg bringt.


0 Kommentare