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Umfrage: Verdacht auf „Zwei-Klassen-Impfe“

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Wohl jeder hat es schon mindestens einmal gehört, das triumphierende „Grunzen“ der Kollegen und Freunde bei den ersten Erkältungserscheinungen. Wird die Schweinegrippe verharmlost und unterschätzt – oder zu ernst genommen? Verunsicherung und tiefe Skepsis in puncto Schweinegrippe und Impfung brachte eine Straßenumfrage ans Licht.

Die Worte „Ich bin bereits geimpft“ oder „Ich möchte mich demnächst impfen lassen“ fielen unter den zwölf Befragten kein einziges Mal, stattdessen zeichnete sich starkes Misstrauen ab. Die kritische Bezeichnung „Zwei-Klassen-Impfe“ fiel mehrfach.

„Wenn ich denselben Impfstoff bekomme wie die im Bundeskabinett, ja, dann würde ich es machen“, sagte Ogün Celik, der sich zweitklassig behandelt fühlt. „Ich habe nun mal keine 12000 Euro auf dem Konto wie die Frau Merkel“, fügte er aufgebracht hinzu. Marlies Peschke hat den klaren Verdacht, dass sich die Pharmaindustrie in Zeiten der Wirtschaftskrise bereichern möchte: „Ich beachte die Hygienemaßnahmen, das reicht. Ich glaube, dass die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen sind“, äußerte sie.

Auch Stefan Greßhake wird sich nicht impfen lassen: „Ich sehe das Risiko nicht als gravierend an. In meinem Bekanntenkreis hatte jemand Schweinegrippe, die sich nicht groß von einer normalen Grippe unterschieden hat.“ Greßhake findet den Umgang mit den Impfstoffen merkwürdig: „Das passt nicht in die Welt“, brachte er sein Empfinden auf den Punkt.

Der neunjährige Jan Rotert las in der Zeitung, dass Eltern ihre Kinder impfen lassen sollen: „Es stand gleich auf der ersten Seite. Ich habe es Mama gesagt, wir haben darüber gesprochen“, berichtete der Junge. Mutter Ruth hat Jan, ihre Tochter Anne (7) und sich selbst zwar impfen lassen, allerdings nur gegen das „normale“ Grippevirus. „Ich habe darüber nachgedacht, zumal mein Sohn Asthmatiker ist“, erzählte sie, findet es aber wichtiger, auf gute Ernährung, Bewegung und frische Luft zu achten: „Das stärkt das Immunsystem!“ fügte sie hinzu.

Reiner Deepe kann den Wirbel um das Virus nicht ganz ernst nehmen: „Ich warte erst mal, bis ich die Schweinegrippe habe. Bei dem Menschen, der in Deutschland daran gestorben ist, spielten viele andere Faktoren eine Rolle. Außerdem: Warum sollen die Politiker einen anderen Impfstoff bekommen?“, wüsste er gerne.

Klara Meyer und Tess Gerschler glauben, dass eine Schweinegrippe „nicht viel schlimmer ausfällt“ als eine normale. „Da wird ein Riesen-Hype draus gemacht“, findet Klara. Beide Mädchen haben Angst vor den Nebenwirkungen: „Man könnte Fieber, Bauchweh oder Ausschlag bekommen“, befürchten sie.

Auch Elke Meier hält nichts von der Impferei: „Das Thema wird von den Medien aufgebauscht. Ich halte die Gefahr nicht für erheblich. Ich sehe momentan keinen Anlass dazu, mich impfen zu lassen, zumal die Nebenwirkungen unklar sind. Ganz ähnlich sieht es Christine Meyer zu Hoyel: „In Bayern ist ein Mädchen fast an den Folgen der Impfung gestorben. Ich fühle mich nicht ausreichend informiert, außerdem habe ich den Verdacht, dass der Impfstoff nicht ausgereift ist“, so die 40-jährige Mutter.

Tabea Susanne Günzel ist der Auffassung, dass Ängste geschürt werden, das Thema „hochgepeitscht“ wird: „Das wird sich auslaufen, ein Todesopfer ist bisher bekannt. Es gibt medizinisch gute Chancen, das in den Griff zu bekommen.“

Angst vor Nebenwirkungen hat der 37-jährige Dirk Fiedler nicht, auf die Impfung verzichtet er trotzdem: „So weit kommt es bei mir erst gar nicht, da ich ungern und selten zum Arzt gehe. Ich werde nämlich nie krank!“ ist sich der Optimist sicher.


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