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Aus der Luft betrachtet Möbelfabrik Wiemann produziert im Zentrum von Oesede

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<em>Auf eine Lagerhaltung</em> kann die Möbelfabrik Wiemann verzichten. Was produziert wird, verlässt sofort den Betrieb. Foto: Michael HehmannAuf eine Lagerhaltung kann die Möbelfabrik Wiemann verzichten. Was produziert wird, verlässt sofort den Betrieb. Foto: Michael Hehmann

Georgsmarienhütte. An der Oeseder Glückaufstraße, eng umschlossen von der Düte im Süden und der Haller-Willem-Trasse im Norden, liegt auf einem knapp ein Hektar großen Areal die Möbelfabrik Wiemann. Mit 360 Mitarbeitern ist die Oeseder Möbel-Industrie Mathias Wiemann GmbH & Co KG einer der größten Arbeitgeber in Georgsmarienhütte.

Am oberen Bildrand ist noch die Tragfläche des Flugzeuges zu erkennen, links daneben der Parkplatz am Georgsmarienhütter Rathaus, daran anschließend der Hof Potthoff. Die zentrale Lage der Firma Wiemann im Ortskern wurde in der Vergangenheit schon kontrovers diskutiert. Denn natürlich arbeitet ein Industriebetrieb nicht emissionsfrei. Allerdings hat das Unternehmen viel für eine umweltverträgliche Produktion getan.

Nach zwei heftigen Bränden 1991 und 1992, bei denen große Teile der Montagehallen zerstört wurden, ist der Betrieb nach modernsten Gesichtspunkten wiederaufgebaut worden. „In der Bearbeitungskette hat sich seitdem viel getan, so dringt heute viel weniger Lärm nach außen“, erklärt Geschäftsführer Markus Wiemann, der das 1900 gegründete Familienunternehmen in vierter Generation leitet.

Während sein Urgroßvater, Firmengründer Mathias Wiemann, noch Möbel aller Art tischlerte und als einen seiner ersten Aufträge die Anfertigung der Kirchenbänke für den Neubau der Oeseder Pfarrkirche verbuchen konnte, hat sich das Unternehmen mittlerweise auf die Herstellung von Schlafzimmermöbeln im mittleren Preissegment konzentriert. Mit 450 bis 500 gefertigten Schlafzimmern pro Tag zählt Wiemann nach Angaben des Geschäftsführers zu den „Top 3“ der Branche. Die Oeseder Möbelindustrie habe es geschafft, sich besser zu entwickeln als der restliche Wohnmöbelmarkt in Deutschland.

Da auftragsgebunden fabriziert wird, ist eine Lagerhaltung der fertigen Möbel nicht erforderlich. Noch am selben Tag rollen die Schlafzimmer in handlichen Paketen versandfertig aus den Abteilungen und werden auf den Weg in den Fachhandel gebracht. Die Versandabteilung befindet sich im unteren, östlichen Drittel des großen Gebäudekomplexes mit Ladetoren an der Südseite. Auch das Versandbüro liegt südlich, genau in der Bildmitte. Im mittleren Gebäudedrittel – bis etwa zum Knick – findet die Möbelmontage statt, während das obere Drittel der Vorfertigung dient. Hier wird im Zwei-Schicht-Betrieb mit Großmaschinen gearbeitet: Kaschierung, Lackierung und Kantenbearbeitung.

Von der Flugzeugtragfläche verdeckt ist der Spänebunker, in dem sämtliche anfallenden Holzspäne vor dem Verheizen gesammelt werden. Die frei werdende Energie reicht im Allgemeinen aus, den gesamten Betrieb zu heizen und normale Prozesswärme zu liefern. Am unteren Bildrand links sieht man die Lagerhalle für Einkaufsmaterialien wie Verpackung und Massivholz.

Das Unternehmen bildet fortlaufend junge Mitarbeiter aus: Rund 25 Auszubildende vor allem aus dem gewerblichen Bereich sowie einige Studenten in dualen Studiengängen gehören zum Oeseder Team.

Über Aussiedlungsversuche wird heute nicht mehr diskutiert, „und sie wären auch geschäftlich nicht mehr tragbar“, unterstreicht Wiemann. „Wir sind ein Teil der Stadt und arbeiten an einer stetigen Reduzierung der Umweltbelastung.“ Um die innerbetrieblichen Abläufe zu optimieren, besteht sogar der Wunsch, den Betrieb zu erweitern.

Dieses Motiv ist ab Mittwoch in den Geschäftsstellen der Neuen OZ in Osnabrück (Große Straße und Breiter Gang) sowie in Georgsmarienhütte (Am Rathaus 12) erhältlich. Ein Abzug (20 x 30 cm) kostet 14 Euro, das Format 40 x 60 cm 26,50 Euro.


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