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9360 Mastschweine und 4640 Ferkel

Gegen die Stimmen der SPD hat der Meppener Planungs- und Bauausschuss vier neue Mastställe für 9360 Schweine sowie einen Aufzuchtstall für 4640 Ferkel genehmigt.

Vorbehaltlich des endgültigen Beschlusses des Stadtrates sollen die Gebäude an der Weststraße in Groß Fullen errichtet werden. Bauherr Wolfgang Beckmann sagte unserer Zeitung, dass er „so schnell wie möglich“ mit dem Vorhaben starten will. Die vier Mastställe werden als Doppelställe 150 Meter lang sein.

Wie Theo Gebben (Bauamt) während der öffentlichen Sitzung am Montag erläuterte, wird das Vorhaben in der Nähe des jetzigen Hofes realisiert und mit einer zertifizierten Abluftreinigungsanlage ausgestattet. Der Komplex liege rund 2100 Meter westlich der Ortschaft Groß Fullen. Mit dem Votum erhält Landwirt Beckmann zugleich eine „Ausnahmegenehmigung von den Regelungen der Veränderungssperre“.

Wie Gebben erläuterte, gilt die Veränderungssperre für die 1460 Hektar große Fläche im westlichen Meppener Stadtgebiet noch bis Anfang 2011. Allerdings ist Beckmann nicht der einzige Landwirt, der schon seit Längerem neue Ställe bauen will. Nach Angaben des Bauamtes liegen 21 Standortwünsche vor. In Zahlen: Landwirte wollen allein in diesem Areal noch Ställe für 2,1 Millionen Hähnchen, 16000 Legehennen, 19860 Mastschweine, 11540 Aufzuchtferkel sowie 200 Bullen errichten. Zudem klagen zwei Landwirte, die an der Feldstraße Ställe für 360000 Masthähnchen und an der Overbergstraße für 280000 Masthähnchen errichten wollen, gegen Ablehnungsbescheide vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück.

Zugleich wies Gebben auf das Geruchsgutachten der Landwirtschaftskammer hin: „Selbst in den Außenbereichen haben wir teilweise schon eine hohe Belastung.“ Gerade die Geruchsbelastung durch Hähnchenmastställe sei sehr hoch. Sie sollen nur noch genehmigt werden, wenn sie 1000 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt liegen.

Dazu Bauausschussvorsitzender Ewald Holt (CDU): „Wir werden alles ablehnen, was rechtlich abzulehnen ist.“ Für Ulla Kleinlosen (Grüne) ist das erträgliche Maß der Viehdichte in diesem Areal bereits überschritten". Die Menschen fühlten sich zu Recht belästigt. Hubert Höning (UWG) kritisierte das Gutachten, da es keine eindeutigen Schlüsse zuließe. Auch Klaus Steinl (CDU) monierte, dass noch „kein konkretes Ergebnis“ vorliegt. Auf der anderen Seite warteten viele Landwirte seit Jahren auf eine Entscheidung, ob sie investieren können oder nicht.

Laut Gebben sollen nach der Bürgerbeteiligung und dem Auslegen des Entwurfes klare Aussagen in „gut einem Jahr“ möglich sein.