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Ein Paradies voller Überraschungen Badbergen-Langen: Maria und Hans Hilfers Garten gehört zu den 45 schönsten Anlagen Deutschlands

Von Elisabeth Gadeberg

Einer von vielen lauschigen Sitzplätzen im Garten von Maria und Hans Hilfer: Mit dem weißen Pavillon verbindet das Ehepaar besondere Erinnerungen. Er ist der erste, den es in seinem Garten errichtet hat und er besteht aus alten, ausrangierten Schulfenstern, die auf diese Weise eine neue Verwendung fanden. Auch Kater Tiny und Hündin Flora fühlen sich hier wohl. Foto: Elisabeth GadebergEiner von vielen lauschigen Sitzplätzen im Garten von Maria und Hans Hilfer: Mit dem weißen Pavillon verbindet das Ehepaar besondere Erinnerungen. Er ist der erste, den es in seinem Garten errichtet hat und er besteht aus alten, ausrangierten Schulfenstern, die auf diese Weise eine neue Verwendung fanden. Auch Kater Tiny und Hündin Flora fühlen sich hier wohl. Foto: Elisabeth Gadeberg

Langen. Das Paradies liegt in Langen. Jedenfalls für Maria und Hans Hilfer. Es ist ihr ganz persönliches Paradies, das sie sich mit viel Liebe in 16 Jahren nach und nach geschaffen haben – eine grünende, blühende Oase, in der sich Mensch und Tier wohlfühlen. So jedenfalls ist es nachzulesen in dem Bildband „Deutschlands schönste Privatgärten“ von Gary Rogers und Silke Kluth, erschienen im blv-Buchverlag. In diesem Band werden 45 der schönsten Gärten Deutschlands mit „Offener Gartenpforte“ vorgestellt, darunter auch der Garten von Maria und Hans Hilfer.

Dieser Garten stand freilich nicht im Mittelpunkt der Überlegungen, als das Ehepaar auf der Suche nach einem Haus im Badberger Ortsteil Langen fündig wurde und schließlich ein ziemlich heruntergekommenes Heuerhaus aus dem Jahr 1734 kaufte. Es stand auf einem 6000 Quadratmeter großen Acker in Gesellschaft einiger alter Obstbäume. Von einem Gartenparadies konnte also damals noch keine Rede sein. Erst galt es, das Haus zu renovieren.

Etwa zehn Jahre später dann wurde – wegen des hohen Grundwasserspiegels – zunächst der Teich angelegt, ein aus der Not geborenes Projekt sozusagen. Mit dem Aushub wurde das Gelände modelliert, das Gefälle für einen Bachlauf genutzt, der sich nun durch Frauenmantel, Glockenblumen und Malven, an einem steinernen Buddha vorbei, seinen Weg zu einem zweiten, größeren Teich bahnt. Von einem benachbarten Sitzplatz aus ist er gut zu beobachten. Und bei dem Wort Sitzplatz ist man bei Hans Hilfer, ehemals Leiter eines Schulzentrums für Körperbehinderte in Oldenburg.

Sein Wunsch war es, mehrere Sitzplätze im Garten zu haben. Da kam es gerade recht, dass die Fenster seiner Schule erneuert wurden, er die alten behalten konnte und in einem Freund den Baumeister des ersten Pavillons fand. Licht und hell, ausgestattet mit gemütlichen Rattanmöbeln, ist er ideal für ein spätnachmittägliches Teestündchen oder das abendliche Glas Wein.

Der Pavillon ist nicht der einzige geblieben, ihm sind die „Fischerhütte“, ein von Rosen und Geißblatt berankter Eisenpavillon, Bänke aus Holz oder Stein, Sitzgruppen aus Metall gefolgt, alle auf ihre ganz eigene Weise stimmig in ihrer Umgebung und immer einen schönen Ausblick – auch im Winter – garantierend. Die Sichtachsen nämlich sind wichtig, so Maria Hilfer, die den Schulkindergarten der Grundschule am Langen Esch in Quakenbrück leitet und in ihrer Freizeit am liebsten im Garten ist. Nicht nur um darin zu arbeiten – „stundenlang auf den Knien“ –, sondern auch um ihn, der so viele verschiedene Perspektiven und kleine Überraschungen bietet, zu genießen. Und bei diesen Spaziergängen durch ihr Gartenparadies – manchmal zwei Stunden am Abend – hat sie auch den ein oder anderen Einfall, was hier oder da noch zu pflanzen wäre, an welcher Stelle etwas gut aussehen würde oder welche der Ideen, die sie auf inzwischen sehr vielen Gartenreisen gesehen hat, im eigenen Garten umzusetzen wäre.

„Ich muss immer etwas machen im Garten, ich probiere viel aus“, lacht sie und gesteht gleichzeitig, auch einiges Lehrgeld gezahlt zu haben, wenn eine Pflanze etwa an der für sie vorgesehenen Stelle nicht gedeiht. „Ich bin eher Ästhetin als Fachmann beziehungsweise -frau“, meint sie, der auch die Farbharmonie in ihrem Garten sehr wichtig ist. Man mag ihr kaum glauben, wenn sie versichert, dass der Garten Hilfer noch keinen Gärtner gesehen hat.

Hat sie denn überhaupt noch Platz für neue Gestaltungsideen? Ja, hat sie, es gibt, so schmunzeln Maria und Hans Hilfer, tatsächlich noch freie Ecken in ihrem Garten, und außerdem könne man ja auch von den Rasenflächen etwas abzwacken. Das Wichtigste aber: Es sind jetzt noch 1000 Quadratmeter dazugekommen, also noch viel Raum für ein großes Staudenbeet, ein Wäldchen, eine Fachwerkhütte mit Grillplatz und einen Bouleplatz. Allerdings weiß Maria Hilfer auch: „Es muss arbeitsmäßig zu schaffen sein.

Haben sie und ihr Mann Lieblingsplätze in ihrem Garten? Natürlich, einer davon ist der weiße Glaspavillon. Und Lieblingspflanzen oder -blumen? „Duftpflanzen finde ich toll“ antwortet Maria Hilfer prompt, „und alte Sorten.“ Exoten gibt es in ihrem Garten nicht. „Schließlich müssen die Pflanzen zum Haus passen.“

Und was macht Maria Hilfer, die nebenbei mit Franz-Josef Tönnemann den Gartenkunstkreis leitet, im Winter, wenn der Garten ruht? Sie liest Gartenbücher.

Adresse und Öffnungszeiten: Maria und Hans Hilfer, Auf dem Hagen 36 A, 49635 Badbergen, Telefon 05433/6146. Besuch zum Offenen Garten (Termine unter www.gartenkunstkreis.de) oder nach telefonischer Absprache.