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Der rote Weihnachtsstern

Wenn Wido Spratte in der Vergangenheit das Programmangebot des Heimathauses Hollager Hof bereichert hatte, dann mit zeitgeschichtlichen Themen wie den Auswirkungen des Bombenkriegs im Osnabrücker Land. Nun trat er erstmals als Autor von Erzählungen rund um das Weihnachtsgeschehen auf.

Passend zu den Blumen gleichen Namens auf dem Lesetisch, trägt sein Erzähl-Band den Titel „Der rote Weihnachtsstern“. Die Titelgeschichte ist im Schul-Bereich angesiedelt, was nicht sehr überrascht, denn der heute im Ortsteil Lechtingen lebende Autor war bis zu seiner Pensionierung Lehrer und Schulleiter. In der 1991 geschriebenen Geschichte dreht sich alles um das russlanddeutsche Mädchen Olga, das in seiner atheistischen Heimat noch nie mit dem Stern von Bethlehem in Berührung gekommen war. Alle Kinder in der Klasse malen den Weihnachtsstern gelb, nur Olga wählt ein knalliges Rot. Auch die Anzahl der Zacken weicht vom hier Gewohnten ab. Für Olga ist der rote Sowjetstern der einzige, mit dem sie etwas anfangen kann. Wie sie nach und nach, auch durch den anfänglichen Spott der Mitschüler, unter dem Symbol der internationalen Gottlosigkeit eine eigene und ganz enge Verbindung mit der Weihnachtsgeschichte findet, das zeichnet Spratte sehr einfühlsam und mit einer Prise wohlmeinenden Humors nach.

Vervollkommnet wurde die weihnachtliche Stimmung durch die musikalischen Beiträge des Saxofon-Trios aus Rulle. Fritz Baier, Horst Schawe und Werner Tewes umrahmten die Lesungen mit einer klug dosierten Mischung aus altbekannten Weihnachtsliedern und gefälligen Sätzen aus der leichten Klassik wie dem Scherzino von Haydn oder dem Allegro aus dem Divertimento II von Mozart. Zum Mitsing-Finale mit „O du fröhliche“ legten sich alle Besucher des voll besetzten Heimathauses besonders ins Zeug, denn sie wurden dabei gefilmt. Ein Kamerateam des Hollager Produzenten Michael Kayser schnitt Teile der Veranstaltung mit, um sie in ein filmisches Gemeindeporträt einzubauen.


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