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Jeden Tag ein anderer Becher fürs Ei

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EIERBECHER AUS ALLER WELT zieren das Esszimmer von Kristine Knoche, die aus Leidenschaft am Sammeln kein einziges Stück der Sammlung selbst im Laden gekauft hat.EIERBECHER AUS ALLER WELT zieren das Esszimmer von Kristine Knoche, die aus Leidenschaft am Sammeln kein einziges Stück der Sammlung selbst im Laden gekauft hat.

Osterzeit ist Eierzeit. Damit die fröhlich angemalten Eier an den Feiertagen zur Geltung kommen, kramt so mancher die schönsten Becher aus seinem Küchenschrank. Ein Vorhaben, das Kristine Knoche relativ schwer fallen dürfte: Nach 15 Jahren Sammelleidenschaft hat die Lehrerin ein Sammelsurium aus mehr als 2600 Eierbechern angehäuft, das sich nur schwer in einem Schrank verstauen ließe.

Wer das Haus von Kristine Knoche und ihres Lebensgefährten Werner Ewert betritt, ahnt schon im Flur, dasshier der Hase anders läuft: Links und rechts zieren alte Setzkästen die Wände, darin ein seltsames Sammelsurium aus Eierbechern. Und dann, ein paar Schritte weiter im Esszimmer, entfaltet sich das ganze Ausmaß der Sammelleidenschaft: Exakt 2622 bunte Becher sorgen für eine Atmosphäre, wie man sie sonst nur aus Museen und Antiquitätenläden kennt. "Wer meinen Tick nicht kennt, bekommt natürlich erst mal einen Schock", lacht die Französisch- und Englischlehrerin: "Die Leute fragen dann meistens, wer die denn alle sauber macht", amüsiert sie sich. Begonnen hat ihre Suche nach ausgefallenen Bechern vor 15 Jahren aus einem ziemlich simplen Grund: "Ich esse für meinLeben gern Eier und reise viel."

In Bezug auf Farben, Formen, Motive und Materialien gibt es nach Knoches Erfahrungen kaum eine Grenze. "Eierbecher sind unendlich. Anders als bestimmte Porzellanserien, denen durch das Ende einer Produktion klare Grenzen gesetzt sind, entdeckt man immer wieder neue Modelle und Materialkombinationen."

Gesammelt werden die Becher Stück für Stück, komplette Sätze zu übernehmen oder direkt im Laden einzukaufen fände Kristine Knoche reizlos: "Das ist absolut tabu, der Weg ist beim Sammeln ja das Ziel. Es geht gar nicht um das Haben, das eher Platzprobleme schafft, sondern um das Stöbern auf Flohmärkten, Auktionen oder im Internet. Mittlerweile sammeln sogar schon Freunde und Bekannte mit", berichtet die Lehrerin, die auf diese Weise schon Souvenirs aus Afrika, Australien, China und Südamerika erhielt. Zum Geburtstag bekam sie garselbst gemachte Modelle wie eine Schildkröte aus Salzteig, einen Eierbecher aus Elchgeweih oder ein schwedisches "Ägg-Hüs" in Klohäuschenform.

Das Gros der Sammlung besteht jedoch aus Keramik mit Wappen-, Blumen- und Tiermotiven. Neben Metallmodellen findet sich Getöpfertes, Varianten aus Glas und Draht, leichte Holzbecher aus Tunesien und Paraguay und eine Reihe doppelseitig einsetzbarer Frühstücksbecher aus Frankreich. Einem Panda und Elefanten aus Großbritannien ist jeweils ein Löffel ins Maul gesteckt, ein Jugendstilbecher aus Messing liefert gleich einen Salzstreuer mit.

Das ist praktisch, denn Kristine Knoche behandelt ihre Sammlung keineswegs wie rohe Eier. Beim Essen landen die bunten Becher möglichst reihum auf dem Tisch; Gäste suchen sich häufig ihre speziellen Favoriten raus. Aus Anlass des 1000. und 2000. Bechers wurden schon Feste einberufen, bei denen sich alles um selbst gekochte Eigerichte drehte. Aus akutem Platzmangel macht sich die Sammlerin jedoch schon mal Gedanken über ungelegte Eier: "Wenn wir uns mal verkleinern müssen, wird das ein echtes Problem. Vielleicht kann ich die Sammlung dann einem Museum stiften."


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