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Rund um die Uhr im Einsatz THW-Jugend absolviert 24-Stunden-Übung

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<em>Äste versperren die Straße:</em> Die jungen THW-Helfer mussten sie zersägen und beiseiteschaffen. Foto: Uwe LewandowskiÄste versperren die Straße: Die jungen THW-Helfer mussten sie zersägen und beiseiteschaffen. Foto: Uwe Lewandowski

Osnabrück. Grill gelöscht, Katze gerettet, Baum beseitigt: 21 Kinder und Jugendliche des Osnabrücker Technischen Hilfswerkes (THW) waren von Samstag bis Sonntag zu mehreren Hilfseinsätzen inner- und außerhalb des Stadtgebietes unterwegs. Während der 24-Stunden-Übung sollten sie ihre Fachkenntnisse unter halbwegs realistischen Bedingungen anwenden.

Bevor Justus Beeck berichtet, wie er seinen ersten Bereitschaftstag findet, fragt er zunächst den stellvertretenden Jugendleiter, ob er überhaupt Auskünfte erteilen darf. Nico Ströker nickt und lobt den Elfjährigen, dass er eine Grundregel bei Einsätzen des THW beachtet hat.

„Also, ich finde es gut“, sagt Justus. Als jüngstes Mitglied der 1. Bergungsgruppe ist er gerade an der dritten Einsatzstelle an diesem Morgen angekommen. Wieder muss eine örtliche Gefahrenlage entschärft werden. Hier, am Schamelweg in Belm, ist die Straße frei zu räumen, lautet der Auftrag.

Von Sabrina Wieferig, seiner Gruppenführerin, bekommt Justus die Anweisung, die Straße abzusichern. Ziemlich schwere Verkehrsleitkegel und ein Warndreieck hat Justus aufzustellen. Seine Kameraden kommen derweil beim Räumen der Straße ins Schwitzen. Richtig dicke Birkenäste sind per Bügelsäge in handliche Stücke zu zerkleinern und ins nahe Waldgebiet zu bringen. Einem Autofahrer (gespielt von einem THW-Mann) geht das alles nicht schnell genug. Er motzt. In ruhigem Ton klärt ihn Gruppenführerin Wieferig auf.

„Wir versuchen, die Szenarien so realistisch wie möglich zu gestalten“, erläutert Nico Ströker. Zusammen mit Patrick Flaßpöhler, dem ersten THW-Jugendleiter, hat er den Bereitschaftstag organisiert. Geübt wird die Umsetzung der Kenntnisse, die im letzten Ausbildungsjahr erworben wurden. Was auf die Kinder und Jugendlichen in den 24 Stunden zukommt, wissen sie nicht.

Justus klärte mit seinen Kameraden bislang eine unklare Rauchentwicklung. Dabei wurde ein Grill gelöscht und eine Person gerettet. Und es galt im zweiten Szenario, eine imaginäre Katze vom Baum zu retten.

Nachdem der Schamelweg wieder frei und Justus in das blau-weiße Fahrzeug gestiegen ist, geht es zurück zur THW-Zentrale im Hafen. Noch hat Justus 20 Stunden vor sich. Neben der Material- und Fahrzeugwartung hilft er am Abend, einen Hubschrauber-Landeplatz auszuleuchten. Und er wird in der Nacht geweckt werden: Im Raum Bissendorf ist nach einem Vermissten mit Handscheinwerfern und Megafon zu suchen.

Feierabend gibt es für Justus erst nach einer Feedback-Runde am Sonntagmorgen. Die folgenden 730 Nächte kann er wieder durchschlafen – bis zur nächsten Übung in zwei Jahren.


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