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Morddrohungen gegen Wiesenhof-Chef

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Nach dem Vorwurf von Tierschutzverstößen auf einer Geflügelfarm im Kreis Diepholz hat der Vorstandsvorsitzende der Unternehmensgruppe Wiesenhof, Peter Wesjohann, Morddrohungen erhalten. Diese seien ernst zu nehmen, sagte Rainer Wendt, Vorsitzender der Wiesenhof-Mäster, am Donnerstag in Gifhorn. Sicherheitsdienste hätten dem Unternehmer empfohlen, vorerst nicht an Veranstaltungen teilzunehmen. Deshalb habe er seine Teilnahme an einer Veranstaltung des Unternehmens für Landwirte zum Thema Hähnchenaufzucht am Donnerstag in Gifhorn abgesagt.

Noch vor Beginn der Zusammenkunft bewachten Polizisten das Hotel, in dem die Bauern sich trafen. Der Hotelier habe befürchtet, dass die Veranstaltung etwa durch Kundgebungen von Tierschutzorganisationen gestört werden könnte. Vorfälle blieben aber aus, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Zu Beginn dieser Woche hatte das ARD-Magazin „Report Mainz“ Filmaufnahmen gezeigt, die die Tierrechtsorganisation PETA zusammen mit dem Pächter des Stalls gedreht hatte. Darin war unter anderem zu sehen, wie Arbeiter Geflügel ohne Betäubung den Hals umdrehen, verängstigt flatternde Tiere brutal in Transportkisten stopfen und diese Kisten mehrere Meter zu Boden fallen lassen.

„Diese Bilder sind für mich und für das Haus Wiesenhof nicht akzeptabel, wir distanzieren uns von ihnen“, sagte Wendt. Sie seien für alle nicht tragbar und schadeten einer gesamten Branche. Der gefilmte Fangtrupp arbeitete inzwischen nicht mehr für das Unternehmen, sagte Wendt. Er kündigte an, in Zukunft Mastbetriebe und Elterntierfarmen stärker kontrollieren zu lassen.

Dies befürwortet das Landvolk Niedersachsen. Der Vorsitzende des Kreisverbands Gifhorn-Wolfsburg, Joachim Zeidler, forderte das Unternehmen auf, selber zu kontrollieren, damit so etwas in den Betrieben nicht passiere. Eckehard Niemann, Agrarexperte bei der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft befürchtet, dass der Ruf der Landwirte durch diesen Skandal angekratzt werden könnte. Der Imageschaden für das Unternehmen werde sich in Grenzen halten, meinte Wendt.

Landbewohner Klaus-Jörg Oppermann indessen befürchtet, dass mit der geplanten Ansiedlung eines Geflügelschlachthofs in Wietze (Kreis Celle) bäuerliche Arbeitsplätze vernichtet werden könnten. „Im Zuge dieses Schlachthofes, der 50 Millionen Hähnchen im Jahr schlachten will, führt das bei uns im Kreis zu Massentierställen für die Hähnchenhaltung“, sagte Oppermann. Damit seien unter anderem Einschränkungen der Lebensqualität verbunden wie Geruchsbelästigungen oder auch Wertverlust der Immobilien. Deshalb plant er mit anderen Bürgern aus der Samtgemeinde Lachendorf eine Bürgerinitiative zu gründen.


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