zuletzt aktualisiert vor

SPD will Auskunft von Landesregierung Verdi: Zu viele Leiharbeiter bei Ameos-Kliniken auch in Osnabrück

Meine Nachrichten

Um das Thema Vermischtes Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Gewerkschaft Verdi beklagt zu hohe Leiharbeiterquoten in den Ameos-Kliniken. Foto: Jörn MartensDie Gewerkschaft Verdi beklagt zu hohe Leiharbeiterquoten in den Ameos-Kliniken. Foto: Jörn Martens

Hannover. Nach massiven Beschwerden über eine angespannte Personallage in den Ameos-Kliniken in Osnabrück, Hildesheim und Alfeld hat jetzt die SPD-Landtagsfraktion Aufklärung von der Landesregierung verlangt.

Zehn Abgeordnete – darunter Ulla Groskurt aus Osnabrück – brachten eine Anfrage ein, in der sie Auskunft zu 17 Punkten begehren. Die Sozialdemokraten reagierten damit auf einen „Brandbrief“, mit dem sich die Gewerkschaft Verdi zuvor an Mitglieder von Ameos-Regionalbeiräten gewandt hatte und über eine „unhaltbare Personalsituation“ in den drei Kliniken klagte.

Kritisiert wird in dem unserer Zeitung vorliegenden Schreiben ein zunehmender Einsatz von Leiharbeitern. So sei der Leiharbeiter-Anteil in den Kliniken Osnabrück und Hildesheim – früher Landeskrankenhäuser – im Pflegedienst auf über 25 Prozent, im Sozialdienst auf mehr als 40 Prozent, im therapeutischen Dienst auf gut 30 Prozent und bei Arzthelferinnen sogar auf rund 60 Prozent gestiegen. Nur in den ärztlichen Berufsgruppen komme kein Leihpersonal zum Einsatz.

Laut Verdi hat diese große Anzahl von Leiharbeitern Folgen. So gebe es in den Belegschaften eine hohe Fluktuation; das Stammpersonal werde durch „ständige Einarbeitungsanforderungen“ erheblich belastet. Ein für die Patienten notwendiges Behandlungsangebot könne unter diesen Bedingungen nicht mehr ausreichend vorgehalten werden, heißt es.

Zudem komme es zu einer „Spaltung“ der Belegschaft, monierte Verdi. Die Vergütung der Leiharbeitskräfte liege um 20 bis 30 Prozent unter dem Einkommensniveau des Stammpersonals. Weitere Benachteiligungen ergäben sich aus der fehlenden zusätzlichen Altersversorgung, einem geringeren Urlaubsanspruch und weiteren tariflichen Nachteilen. Besonders prekär sei die fehlende Perspektive und Sicherheit des Arbeitsortes.

„Wir stellen fest, dass Ameos Leiharbeiter auf Dauerarbeitsplätzen befristet und unbefristet einsetzt und damit einen Abbau von ordentlichen Arbeitsplätzen betreibt“, so die Gewerkschaft.

Die SPD-Abgeordneten wollen nun von der Regierung wissen, ob die Klagen zutreffen und welche Maßnahmen das Land im Rahmen seiner Aufsichtspflicht ergreife, um die geschilderten Defizite zu beseitigen. Gefragt wird auch, ob die bei der Privatisierung der Landeskrankenhäuser getroffenen Vereinbarungen von Ameos eingehalten werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN