zuletzt aktualisiert vor

Völler knöpft sich Ballacks Berater vor

Von dpa

Leverkusen. Rudi Völler hat trotz aller Querelen um Michael Ballack in einer leidenschaftlichen Rede Partei für den früheren „Capitano“ ergriffen. „Wir wollen in der Rückrunde voll angreifen, dazu brauchen wir auch Michael Ballack. Seine Verpflichtung war richtig“, sagte der Sportdirektor von Bayer Leverkusen vor dem Spiel in der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr) beim VfB Stuttgart. Allerdings richtete Völler bei seinem Rundumschlag, in dem er besonders Ballacks Berater Michael Becker scharf kritisierte, auch einen klaren Appell an den Spieler: „Versteck dich nicht in deinem Schneckenhaus.“

Völler, der als Bundestrainer mit dem Führungsspieler Ballack 2002 das WM-Finale erreicht hatte, geht davon aus, dass sich der 35 Jahre alte Mittelfeldspieler bis zum Abschluss seines Vertrags am Saisonende reinhängen werde. „Wir wollen vermeiden, eine Untergangsstimmung zu kreieren“, meinte Völler.

Er nahm Ballacks Berater Becker besonders ins Visier. Der hatte seinen Schützling im Zuge der Auseinandersetzungen verteidigt und die Vereinsführung öffentlich kritisiert. „Es ist Ballacks Pflicht, sich zu äußern. Aber nicht über seinen Berater, der meint, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben“, erklärte Völler. Becker habe von Bayer die „dunkelgelbe Karte“ erhalten: „Es darf nicht mehr passieren, dass er Bayer so angreift. Sonst war er hier das letzte Mal im Stadion“, sagte Völler. Statt künftig seinen Berater vorzuschicken, empfehle er Ballack, nicht mehr „die beleidigte Leberwurst zu spielen“.