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Mohr und Lavillenie wollen bei der Leichtathletik-WM den Titel unter sich ausmachen Duell in sechs Meter Höhe

Von dpa

In luftigen Höhen liefert sich Malte Mohr – hier beim Meeting in Lausanne – spannende Duelle mit Renaud Lavillenie. Foto: dpaIn luftigen Höhen liefert sich Malte Mohr – hier beim Meeting in Lausanne – spannende Duelle mit Renaud Lavillenie. Foto: dpa

Paris. Das Duell Bolt gegen Gay ist geplatzt, und so könnte auf einmal der Wettstreit zweier befreundeter, aber völlig gegensätzlicher Stabhochspringer zur spannendsten Auseinandersetzung dieses Leichtathletik-WM-Jahres werden: Malte Mohr gegen Renaud Lavillenie. Vor dem Meeting in Paris am Freitag führen beide punktgleich die Wertung der Diamond League an. Auch vergangene Woche in Lausanne hätte die Konkurrenz schon eine Feuerwehrleiter gebraucht, um die Höhen zu überspringen, in denen der Hallen-Vizeweltmeister aus München und der Europameister aus Frankreich den Sieg unter sich ausmachten. „Das ist ein harter Fight mit ihm“, sagte Lavillenie.

Beide Höhenflieger sind erst 24 Jahre alt. Aber darin erschöpfen sich die Gemeinsamkeiten dann auch schon. Lavillenie hat bereits einen großen Titel gewonnen und im Freien wie in der Halle die magische Sechs-Meter-Marke übersprungen – in diesen Punkten ist er Mohr voraus. Dafür hat Mohr die athletisch besseren Voraussetzungen. „Mein Vorteil ist: Ich bin größer“, erklärt der 1,92-Meter-Schlaks. „Ich springe technisch sauberer, während er jedes Mal irrsinnig schnell anrennt und versucht, da seine Energie herauszuziehen.“

Eine solche Rivalität ist in der Leichtathletik nichts Besonderes. Doch während sich Sprintstars wie Tyson Gay und Usain Bolt aus dem Weg gehen, ist das Verhältnis zwischen Mohr und Lavillenie intakt. „Was heißt Freundschaft, aber wir verstehen uns sehr gut“, meint der Deutsche. „Zu Weihnachten schreibe ich ihm eine Karte.“

Die beiden sehen sich ja auch ständig. Zum Auftakt der Diamond League in Doha gewann Mohr, danach in Rom und Lausanne jeweils der Franzose. Noch wichtiger ist beiden die WM Ende August in Degu. „Das Ziel ist, Gold zu holen“, kündigt Mohr an. Bei großen Wettkämpfen hatte aber bislang Lavillenie stärkere Nerven, so schied Mohr bei der EM 2010 früh aus. Darauf verlassen möchte sich der Franzose aber nicht. „Malte wird nach dieser Erfahrung sicher besonders motiviert sein“, weiß er. Die beiden Rivalen kennen sich eben sehr gut.