zuletzt aktualisiert vor

Ehepaar Knorr sollte 5433 Euro nachzahlen

Von

VOLLER ZORN schaut Hans-Dieter Knorr auf den EWE-Gaszähler.VOLLER ZORN schaut Hans-Dieter Knorr auf den EWE-Gaszähler.

Eine echte "Schreckensnachricht" hat das Ehepaar Anne und Hans-Dieter Knorr von der Energieversorgung Weser-Ems (EWE) per Post bekommen. Die Pächter des Tennisparks in Dörpen sollten 10749,26 Euro zahlen. Dies bedeutete eine Nachzahlung von satten 5433,26 Euro.

"Es war ein echter Schock. Meine Ehefrau wurde davon richtig krank", erinnert sich Hans-Dieter Knorr an den 21. Juni. Er habe einen Arzt rufen müssen. Dabei steht inzwischen fest, dass die Gaszähleruhr nicht korrekt gearbeitet hat.

Seit dem 21. Juni schwelt ein heftiger Streit zwischen dem Ehepaar Knorr und dem Energieversorgungsunternehmen: "Nachdem ich die Hiobsbotschaft am 21. Juni erhalten hatte, beschwerte ich mich bei der EWE", berichtet Knorr. Die "völlig überzogene Gasabrechnung" habe schon allein deshalb nicht stimmen können, weil im selben Zeitraum der Wasser- und Stromverbrauch für die Tennishalle sogar rückläufig gewesen sei. "Ich hatte gehofft, dass wir mit unseren monatlich Abschlägen etwa bei Plusminusnull landen", fügte der Pächter hinzu. Da die EWE kein Einsehen erkennen ließ, riet der Rechtsanwalt Knorr, den Gaszähler trotz drohender Gutachterkosten von bis zu 2000 Euro auf eigene Kosten vom Eichamt Oldenburg überprüfen zu lassen. "Die EWE teilte mir nur lapidar mit, dass ihre Zähler alle korrekt arbeiteten." Auf Anfrage unserer Zeitung wollte hingegen EWE-Pressesprecher Daniel Waschow die Version nicht stehen lassen: "Wir unterbreiteten den Vorschlag, den Gaszähler auf seine Genauigkeit prüfen zu lassen."

Unterdessen buchte die EWE schon einmal die Forderung von 5433,26 Euro von dem Konto des Kunden ab. Erst auf Anweisung von Knorr nahm die Sparkasse am 19. Juli dann eine Rückbuchung auf sein Konto vor.

Auf eine Antwort des Mess- und Eichwesens Niedersachsen wartete Knorr unterdessen vergebens. Erst auf Aufforderung wurde ihm ebenfalls die Expertise ausgehändigt, die der EWE schon längst vorlag. Der Energieversorger zeigte sich überraschend gesprächsbereit. Dazu der Pressesprecher: "Es wurde in beiderseitigem Einvernehmen vereinbart, einen Jahresverbrauch von 119004 kWh anzunehmen." Die ursprüngliche Rechnung hatte einen Gasverbrauch von 219155 kWh ausgewiesen. Daniel Waschow bezeichnete das Verhalten seines Unternehmens als "sehr kulant", weil aufgrund der vom Prüfamt festgestellten Abweichung immerhin noch ein Verbrauch von 217183 kWh angenommen werden müsste. Dabei interpretieren EWE und Knorr das Prüfergebnis jedoch sehr unterschiedlich. Bei der EWE liest sich das so: "Das Prüfamt stellte eine Abweichung von 0,9 Prozent von der maximalen Verkehrsfehlergrenze in Höhe von vier Prozent fest." Knorr zitiert hingegen aus dem Gutachten, in dem von Abweichungen "von 5,3 Prozent" die Rede ist. Das Gutachten des Eichamtes kommt selbst zu der Schlussfolgerung: "Die Messabweichungen liegen nicht mehr innerhalb der Verkehrsfehlergrenzen."

Die Parteien einigten sich darauf hin auf eine Nachzahlung von 1499,97 Euro. "Diesen Betrag habe ich mit den drei Monatsraten im Sommer schon beglichen", ist Hans-Dieter Knorr überzeugt. So werde er aus dem Pachtvertrag für die Tennishalle Ende September aussteigen und bis dahin würde kein weiterer Gasverbrauch für die Tennishalle anfallen.

Dies sieht die EWE jedoch anders. Es könne nicht der Verbrauch des alten Abrechnungszeitraumes mit dem des neuen beglichen werden. Die Folge für Familie Knorr: Mit der zweiten Mahnung droht die EWE dem Ehepaar, Strom- und Gasversorgung am 27. September abzustellen, falls nicht vorher die geforderten 1499,97 Euro gezahlt werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN