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Fusion von Sparkassen würde Region schwächen

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VORSTANDSSPRECHER Karl-Heinz Schnebel (links) und Bernd Heinemann zeigten sich mit dem Ergebnis der Kreissparkasse Bersenbrück zufriedenVORSTANDSSPRECHER Karl-Heinz Schnebel (links) und Bernd Heinemann zeigten sich mit dem Ergebnis der Kreissparkasse Bersenbrück zufrieden

Eine Bilanzsumme in Höhe von 1,243 Milliarden Euro erwartet die Kreissparkasse Bersenbrück für das Jahr 2005. Sie liegt damit um etwa 0,4 Prozent unter der des Jahres 2004. Vorstandssprecher, Sparkassendirektor Karl-Heinz Schnebel, und auch Sparkassendirektor Bernd Heinemann zeigten sich vor dem schwierigen konjunkturellen Hintergrund zufrieden mit dem Ergebnis.

Die Kreissparkasse Bersenbrück ist mit rund 4 Mio. Euro der größte Steuerzahler im Altkreis. 62 Prozent werden für 2005 an Körperschaftssteuer, 38 Prozent an Gewerbesteuer entrichtet. Damit ist das Unternehmen eine der stärksten niedersächsischen Sparkassen. Der Jahresüberschuss von 3,8 Mio. Euro stärkt das Eigenkapital, das 2005 bei 82 Mio. Euro liegt. Das ist nicht ganz uninteressant für den Landkreis als Träger, der eine Ausschüttung in ordentlicher Größenordnung erwarten kann.

Angesichts dieser erfolgreichen Zahlen meint Vorstandsvorsitzender Schnebel selbstbewusst: "Die Kreissparkasse Bersenbrück will ihre Selbstständigkeit erhalten." Die Diskussion über Fusionen der Sparkassen im Landkreis betrachtet man in Bersenbrück gelassen, weil mit einer Fusion eine Schwächung der Region, aber auch des Trägers einhergehen würde. "Wir sind optimistisch, dass sich die Sparkassenlandschaft unter normalen Umständen nicht verändern wird", ist Schnebel überzeugt.

Im Kreditgeschäft nahm die Kreissparkasse Bersenbrück im Jahr 2005 unter den 48 niedersächsischen Sparkassen den 35. Rang ein. Insgesamt liegt das Bersenbrücker Unternehmen auf Rang 27. Das Nettokreditgeschäft bildete sich um 14,4 Prozent auf 846 Mio. Euro zurück. 2005 konnten Kreditzusagen von weit über 100 Mio. Euro getätigt werden. Schnebel hofft 2006 auf eine volkswirtschaftliche Belebung, die auch den Altkreis Bersenbrück erreicht, der mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 14600 Euro in der niedersächsischen Sparkassenlandschaft die niedrigsten Werte ausweist.

Die Auswirkungen der Neuregelung der Eigenkapitalunterlegung für Bankrisiken, kurz Basel II, stellen sich für die Kreissparkasse Bersenbrück laut Schnebel nach ersten Proberechnungen positiv dar. Voraussichtlich ist ab 2007 7,5 Prozent weniger Eigenkapital für die Risikounterlegung aufzuwenden als nach der bisherigen Regel. "Damit werden sich die Kredite für unsere mittelständischen Kunden grundsätzlich nicht verteuern", so der Vorstandssprecher.

Auf ein Wachstum der Einlagenentwicklung um 1,5 Punkte (11,2 Mio. Euro) verwies Bernd Heinemann. Der Trend des Jahres 2004 habe sich fortgesetzt, aber ein wenig an Dynamik verloren. Unter dem Strich stehen 746 Mio. Euro Einlagen. Als attraktives Produkt bezeichnete er das Kapitalmarktsparen und die Ratensparverträge. Beide liegen mit 16 Prozent im Plus. "Eine sehr erfreuliche Entwicklung vor dem Hintergrund der niedrigen Kaufkraft in der Region", so Heinemann. Als spannend bezeichnete er den Immobilienmarkt. "Insgesamt wurden 59 Objekte vermittelt und zum Jahresende deutlich erkennbar der Steuervorteil gekauft."

Die Kreissparkasse Bersenbrück ist im Altkreis mit 28 Vertriebsstellen vertreten und beschäftigt 295 Mitarbeiter. Die Neugestaltung der Hauptgeschäftsstelle Fürstenau steht für 2006 an. Veranschlagt sind dafür rund 2 Mio. Euro, und wie Karl-Heinz Schnebel ausführte, wird man nach der Vorlage erster Konzeptionen wahrscheinlich zur ursprünglichen Fassade zurückkehren.


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