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„Turbine wird im August gezündet“

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Auf einen Blick die RWE-Kraftwerke am Standort Lingen. Vorne links die neue GuD-Anlage und rechts daneben das „alte“ Gaskraftwerk. Im Hintergrund ist durch die Wasserdampffahnen das Kernkraftwerk zu sehen. Foto: Helmut Kramer, RWEAuf einen Blick die RWE-Kraftwerke am Standort Lingen. Vorne links die neue GuD-Anlage und rechts daneben das „alte“ Gaskraftwerk. Im Hintergrund ist durch die Wasserdampffahnen das Kernkraftwerk zu sehen. Foto: Helmut Kramer, RWE

„Die Arbeiten gehen gut und zügig voran, und wir sind zuversichtlich, unsere neue GuD-Anlage (Gas- und Dampfturbinenkraftwerk) gegen Ende des Jahres kommerziell betreiben zu können." Das konnte jetzt ein sichtlich zufriedener Nikolaus Valerius, Leiter RWE-Gaskraftwerk am Standort Lingen, in einem Gespräch mit der Presse erklären.

„Wir haben bis jetzt über zwei Millionen Arbeitsstunden geleistet, und dabei ist es bis zum heutigen Tage nur zu einem meldepflichtigen Arbeitsunfall gekommen – ein verstauchter Daumen“, betonte Ralf Bielack, Projektleiter, der damit kundtat, dass man auch in Sachen Arbeitssicherheit auf der Baustelle zufrieden sei. Ergänzend dazu betonte Bauleiter Delf Dubslaff, RWE: „Wenn man bedenkt, dass hier auf dem Gelände rund 110 Firmen mit etwa 700 Mitarbeitern tätig sind, dann ist es offensichtlich, dass man es mit der Arbeitssicherheit schon sehr genau nimmt.“

Den Hauptschwerpunkt bildeten zurzeit die Montagen im Bereich des Maschinenhauses und die Restmontagearbeiten an den beiden Abhitzedampferzeugern. Abgeschlossen wurden dagegen die Arbeiten am Kühlturm, der mit seinen rund 123 Metern Höhe nun fertig gebaut ist. Valerius: „Der Turm hat eine Wandstärke von rund 18 Zentimetern und ist dabei im Verhältnis mit einem Hühnerei erheblich dünner.“

Wie Bielack weiter berichtete, seien die nächsten „Meilensteine“ bis zur Inbetriebnahme gegen Ende des Jahres die Kesseldruckprobe im kommenden Monat und das erste Zünden der Gasturbine im August. „Bei rund 25 Einzeldruckproben werden die Kessel von 18 bar auf bis zu 316 bar gedrückt, um unter anderem rund 8000 Baustellenschweißnähte auf ihre Dichtigkeit zu überprüfen.“

Mit Spannung werde natürlich auch das erste Zünden der Gasturbine im August erwartet. „Wir drehen die Maschine mit einem Generator an und fahren sie dann auf 3000 Umdrehungen/Minute hoch“, erklärte der Projektleiter und ergänzte: „Wenn man bedenkt, dass der Rotor ein Gewicht von etwa 100 Tonnen hat, der sich dann pro Minute 3000-mal um die eigene Achse dreht, erklärt es sich von selbst, dass hier Millimeterarbeit geleistet werden musste.“

Positives konnte auch aus dem Bereich Estringen gemeldet werden: „Die Optimierungsleitung ist fix und fertig und wird bereits seit Januar genutzt“, betonte Valerius. Sie fasse rund 900000 Kubikmeter Gas, mit dem die neue GuD-Anlage etwa sechs Stunden betrieben werden könne.

Last but not least profitierten auch emsländische Unternehmen mit Aufträgen in Höhe von rund 50 Millionen Euro an dem eine halbe Milliarde Euro teuren Projekt.


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