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Wie ernst meint es der Weltverband mit der Aufklärung von Korruption? Milde Strafen für FIFA-Funktionäre

Von dpa

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Dem Ruf geschadet: Claudio Sulser, Chef der Ethikkommission der FIFA. Foto: dpaDem Ruf geschadet: Claudio Sulser, Chef der Ethikkommission der FIFA. Foto: dpa

Zürich. Mit überraschend milden Strafen für sechs Funktionäre hat der Fußball-Weltverband FIFA auf Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit WM-Bewerbungen reagiert. Die Ethikkommission der FIFA suspendierte in Zürich zwei Exekutivmitglieder, die damit am 2. Dezember bei der Vergabe der WM-Endrunden 2018 und 2022 nicht mit abstimmen dürfen.

Amos Adamu aus Nigeria wurde für drei Jahre von allen Aktivitäten im Fußball ausgeschlossen, FIFA-Vizepräsident Reynald Temarii aus Tahiti für ein Jahr. Gegen WM-Bewerber wird es dagegen keine Sanktionen geben. Die gemeinsame Kandidatur von Spanien und Portugal und die Bewerbung Katars wurden von sämtlichen Manipulationsanschuldigungen freigesprochen.

Gesperrt wurden außerdem vier ehemalige FIFA-Exekutivmitglieder, die ebenfalls schon suspendiert waren. Die längste Sperre erhielt mit vier Jahren Ismael Bhamjee aus Botsuana, jeweils drei Jahre wurden auch Ahongalu Fusimalohi aus Tonga und Amadou Diakite aus Mali ausgeschlossen. Die Suspendierten müssen jeweils 10000 Franken Strafe zahlen.

„Der Schaden für den Ruf der FIFA ist sehr groß“, erklärte Claudio Sulser, der Schweizer Chef der sechsköpfigen Ethikkommission, aber ein detaillierter Maßnahmenkatalog zu einem geänderten Wahlmodus oder strikteren Richtlinien für Spitzenfunktionäre wurden nicht präsentiert. Stattdessen bestätigte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke, beide WM-Turniere würden wie geplant am 2. Dezember vergeben. FIFA-Präsident Joseph Blatter will sich erst nach einer Sondersitzung der Exekutive an diesem Freitag in Zürich äußern.

Nur noch 22 statt wie bisher üblich alle 24 Mitglieder der FIFA-Exekutive werden sich jetzt am finalen Votum beteiligen. „Ich bin unschuldig in allen Anklagepunkten, und ich lehne die getroffene Entscheidung völlig ab“, teilte der „zutiefst enttäuschte“ Adamu mit.

Nach Erhalt der schriftlichen Begründung haben die beiden zehn Tage Zeit, Einspruch zu erheben. Adamu soll dies bereits getan haben. Neben den zwei Berufungsinstanzen der FIFA könnten die Betroffenen auch den Internationalen Sportgerichtshof oder ordentliche Gerichte bemühen, sagte Sulser.

Das Urteil des Ethik-Gremiums bedeutet nicht das Karriere-Ende für die beiden hohen Fußballfunktionäre. Es sei kein lebenslanges Berufsverbot ausgesprochen worden, so Sulser, und die beiden könnten nach Ablauf der Suspendierung wieder ein Amt bekleiden. Das Duo soll nach britischen Medienberichten verdeckt recherchierenden Reportern signalisiert haben, seine Stimmen bei der WM-Vergabe zu verkaufen.


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