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Inspiration durch den Mittagsschlaf

Von dpa

Wolfsburg. Die Rolle als WM-Spielverderberin machte Karina Maruyama sichtlich Spaß. An ihren Siegtreffer im Viertelfinale und an das Aus für das favorisierte DFB-Team gegen Japan hatten die deutschen Fußballfans nicht im Traum gedacht. Maruyama schon. „Im Mittagsschlaf habe ich geträumt, dass ich ein Tor schießen werde. Ist das nicht unglaublich?“, teilte die erst nach der Pause eingewechselte Matchwinnerin Nippons entzückten Journalisten mit. Die feierten den sensationellen 1:0-Sieg auf der Tribüne des Wolfsburger Stadions ebenso ausgelassen wie die Spielerinnen auf dem Rasen.

Nach dem erstmaligen Einzug Japans in ein WM-Halbfinale gegen Schweden flossen nicht nur bei den unterlegenen Kim Kulig und Co. Tränen. „Ich habe vor Freude geweint“, gestand Japans Kapitän Homare Sawa. Die 32-Jährige wurde bei ihrer fünften WM-Teilnahme als „Spielerin des Spiels“ ausgezeichnet. Sie überzeugte als unermüdliche Ballverteilerin. Ihr Traumpass in der 108. Minute leitete das Siegtor ein. „Wir haben diese Kombination im Training geübt. Ich habe als eingewechselte Spielerin noch einmal richtig Gas gegeben“, sagte Maruyama, die nach einem gewonnenen Laufduell Torhüterin Nadine Angerer aus spitzem Winkel überwand.

„Das Tor war auch ein Geburtstagsgeschenk für Kozue Ando“, fügte die Torschützin hinzu. Die Duisburger Bundesligaspielerin Ando wurde an ihrem 29. Geburtstag prompt zur Dopingprobe ausgelost und erschien erst nach Mitternacht in den Stadion-Katakomben. Da war ihr Wiegenfest ebenso Geschichte wie der erste Sieg der „Nadeshiko“ (Prachtnelke) gegen Deutschland im neunten Länderspiel. „Ich bin stolz auf meine Spielerinnen. Sie haben großartig gefightet“, sagte Trainer Norio Sasaki, der sein Team psychologisch geschickt als Herausforderer auf das Duell gegen den hoch favorisierten Titelverteidiger eingestellt hatte.