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Kommentar: Alles schiefgelaufen

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Es wird immer deutlicher: Im Vorfeld des Mordes an der 11-jährigen Lena ist alles schiefgegangen, was hätte schiefgehen können. Plötzlich spricht manches dafür, dass der Tod des Mädchens zu verhindern gewesen wäre.

Nach einer mehrwöchigen psychiatrischen Behandlung erscheint im November 2011 ein Mann mit seinem Betreuer bei der Polizei in Emden und erstattet Selbstanzeige. Obwohl eine zweite Anzeige wegen Kinderpornografie gegen ihn vorliegt, ignorieren die Beamten eigene Standards. Weder Fingerabdrücke noch Speichelprobe werden gesichert. Unvorstellbar! Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Einen Tag später kommt es in Emden zur versuchten Vergewaltigung einer 27-jährigen Joggerin.

Die Fahnder tappen trotz sichergestellter DNA-Spuren zunächst im Dunkeln. In der Polizeidatenbank findet sich wegen der Schlamperei kein Gegenstück, das schnell auf die Spur des Täters hätte führen können. Nach Überzeugung der Ermittler ist der junge Mann auch für diesen Überfall verantwortlich. Erst der offensichtlich aufgeklärte Mord an Lena ermöglicht dieses Fazit. Zu spät!

Fragen muss sich auch die Jugendpsychiatrie in Aschendorf gefallen lassen. War der 18-Jährige so unauffällig, dass niemand etwas hätte merken können? Hat man sorgfältig genug hingeschaut und behandelt in diesem extrem schwierigen Bereich? Kurz nach der Therapie überfällt der entlassene Patient allem Anschein nach die Joggerin. Im März dann der Mord. Auch für Ärzte und Betreuer ein Schock.

Viele Fragen sind noch offen. Die Übernahme der politischen Verantwortung steht dabei nicht an erster Stelle.


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