zuletzt aktualisiert vor

Parkplätze mit direktem Anschluss an Gleis 1

Meine Nachrichten

Um das Thema Vermischtes Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Wie fanden Sie die Bahnhofsgarage? Durch Zufall! Ein alter Witz, doch das neue Parkhaus, dass seit dem 1. November bereits 200 der später knapp 700 Stellplätze bietet, führt noch ein Schattendasein. Nur ein kleines Schild weist bislang die Zufahrt und die wenigen belegten Parkbuchten zeigen, dass sich die Existenz der Großgarage noch nicht herumgesprochen hat.

Dort, wo früher das Postgebäude an den Hauptbahnhof grenzte, entstand in knapp einjähriger Bauzeit die neue Bahnhofs-Garage: Ein Tiefgeschoss, vier Etagen und das offene Dach. 697 Stellflächen werden es sein, wenn im kommenden Jahr alles fertig ist. Bis dahin können die Autos dort abgestellt werden, wo nach und nach die Handwerker abziehen. Das ist bereits im Tief- und im Erdgeschoss der Fall, in dieser Woche wird die erste Etage freigegeben - rechtzeitig zum Start des UFA-Großkinos nebenan.

Die Wuchtigkeit der 20 Millionen DM teuren Garage und ihre Größe im Innern sind "kaschiert": die Breitseite Richtung Bahnhof und ein Teil der Längsseite zur Bruchstraße werden im Erdgeschoß Läden wie eine Bäckerei, ein Sonnenstudio, ein Bistro und einen Drogeriemarkt aufnehmen, darüber sind zwei Etagen Büroräume.

An den Längsseiten zur Bruchstraße und zum Bahnsteig 1 des Hauptbahnhofs ist der Bau mit seiner Stahlbetonkonstruktion offen, lässt Licht und Luft in die Garage, hüfthohe Gitter dienen der Sicherheit und der Zierde. Im Innern, ganz in schneeweiß gestrichen, bringen zwei offene Lichtschächte zusätzliche Helligkeit.

Überdacht sind hingegen die beiden Spindeln, eine für die Auffahrt zu den oberen Parkdecks, eine zweite für die Ausfahrt. "Damit das im Winter keine Rutschpartie wird", erläutert Siegfried Hoffmann, Geschäftsführer der Osnabrücker Parkstätten Betriebs-Gesellschaft (OPG). Die Gesellschaft betreibt die Bahnhofs-Garage, Eigentümer ist hingegen die Bahnhofsgaragen GmbH, an der die OPG 40 Prozent und der Architekt Hülsmeyer 60 Prozent besitzen.

Das Dach der Bahnhofsgarage sieht noch aus wie ein Lagerplatz, im Stockwerk darunter wird bereits der Boden versiegelt. Benutzbar ist erst eines der zwei Treppenhäuser - denn bis alle Handwerker fertig sind, dauert es noch. "Dann wird es auch eine Neuheit geben: die Einzelplatzzählung" erläutert Hoffmann. Das bedeutet: Über jeder Parkbucht blinkt entweder ein rotes oder ein grünes Licht. Ein Sensor misst der Abstand zum Boden, erkennt, ob unter ihm ein Auto steht und schaltet die "Ampel". "Damit können Autofahrer, die ihren Zug noch erreichen wollen, schnell sehen, in welcher Reihe noch ein freier Parkplatz ist", erklärt der OPG-Geschäftsführer.

Für die Eiligen (und alle anderen) wird es vom Parkhaus einen Zugang zu Gleis 1 des Hauptbahnhofs geben, von dort führt der Weg über Rolltreppen in die Halle und zu den anderen Gleisen. "Ein direkter Weg in die Bahnhofshalle war zwar erst geplant, doch dafür hätte die Bahn diesen Flügel komplett umbauen müssen", bedauert Hoffmann. Doch die OPG hat noch einen "Geheimgang" parat, der vielleicht, irgendwann, wenn sich östlich der Gleise etwas tut, geöffnet werden könnte: Es ist der alte Posttunnel, der (vorerst) zugemauert bleibt.

Ach ja, wie findet man die Bahnhofs-Garage? In dem man im Uhrzeigersinn um den neuen Kino-Komplex herumfährt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN