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Sie fielen sich in die Arme

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Familientreffen im ehemaligen Waldkrankenhaus: Der 66-jährige Dr. Armin Steinkamm war aus München angereist, sein Zwillingsbruder Dr. Eike Steinkamm aus Rheinbach und der 70-jährige Bruder Dr.-Ing. Uwe Steinkamm aus Goslar. Die drei gehörten zu den etwa 4000 Besuchern, die gestern zur Ausstellungseröffnung "Waldkrankenhaus - 40 Jahre nach der Schließung" gekommen waren. Bürgermeister Klaus Rehkämper sprach ein Grußwort und zeigte sich beeindruckt von der Resonanz in der Bevölkerung.

Was die drei nach Strang führte, war die Tatsache, dass sie in den Holzbaracken dort von 1944 bis 1954 mit ihren Eltern wohnten, denn Vater Dr. Emil Steinkamm war nach der Evakuierung aus Berlin der praktizierende Gynäkologe, später bis 1973 Leiter der Städtischen Frauenklinik in Osnabrück.

Dr. Ludger Hillejahn, heute als Chirurg in Ostercappeln tätig und Sohn des damaligen Gynäkologen Dr. Hillejahn, hat noch engere Bindungen an das Waldkrankenhaus: Dort erblickte er 1960 das Licht der Welt und wohnte mit seinen Eltern zusammen ganz in der Nähe der Familie des Chirurgen Dr. Thiele in der gleichen Baracke.

Aus Sicht von Ludger Hillejahn hat das Waldkrankenhaus den Charakter eines Erholungsheimes gehabt, berichtete er: Draußen sangen die Vögel, Eichhörnchen kamen an die Fenster der Baracke und in die Zimmer, die Krankenschwestern waren voller menschlicher Güte besorgt um die Patienten, und auch mit dem einarmigen Heizer oder dem Schlosser, der ihm, so gut es ging, das Fahrrad reparierte, verbänden ihn schöne Erinnerungen.

Wie viele der Besucher am Tag der offenen Tür im Campotel, dem Nachfolger auf dem Gelände des Waldkrankenhauses, können sich auch die Brüder Steinkamm noch sehr gut an ihre Kinder- und Jugendzeit im Strang erinnern. Alle besuchten zunächst die Volksschule Bad Rothenfelde, später die Mittelschule in Dissen, bevor sie auf weiterführende Schulen gingen. Besonders gut in Erinnerung ist Eike Steinkamm seine Amtszeit als erster Kinderkönig im Schützenverein Heidland-Strang, als er gemeinsam mit der jungen Ulla Grolle (heute Ellerbeck) auf dem Thron saß. Beide fielen sich gestern beim Wiedersehen spontan in die Arme, denn sie hatten sich seit der Kinderzeit nicht mehr gesehen. Ulla Grolle arbeitete später selbst im Waldkrankenhaus.

Eindrucksvoll erinnerten die Historiker Dr. Rolf Westheider und Dr. Richard Saut mann an die Jahre 1944 bis 1966, in denen mit den Schwestern des Katharinenordens zunächst Gott Bezugspunkt allen Handelns gewesen sei: "Das Waldkrankenhaus stand für Sicherheit in unsicherer Zeit, für Trost in einer unchristlichen Zeit - und vor allem: Es funktionierte dank hervorragender Ärzte und ausgestattet mit allen medizinischen Mitteln der Zeit!"

Hier hätten die Menschen Sicherheit, Geborgenheit und Zuwendung gefunden, war das Fazit der beiden Historiker, die mithilfe vieler ehemaliger Ärzte und Patienten, Menschen, die dort geboren wurden, das Material für eine Ausstellung zusammentrugen, die reges Interesse fand.


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