zuletzt aktualisiert vor

Produkte sind in (fast) aller Munde Essener Unternehmensgruppe Wernsing agiert weltweit


Essen/Quakenbrück. Familienfeier oder Grillparty: Es gibt wohl kaum jemanden, der, angefangen bei Kartoffelsalat und Pommes frites, noch kein Produkt der Firma Wernsing probiert hat. Gleichzeitig aber dürfte kaum einem Kunden bekannt sein, was für ein Riesenunternehmen sich hinter dem Namen Wernsing verbirgt.

Die Unternehmensgruppe, ansässig in Addrup, der östlichsten Bauerschaft der Gemeinde Essen, hat sich mit einem Jahresumsatz von etwa 700 Millionen Euro (2009) zu einem der 100 größten Unternehmen in Niedersachsen entwickelt. Im vergangenen Jahr übernahm Wernsing zwei Mitbewerber am globalen Markt: das unter anderem hochwertige Salat-Saucen produzierende Feinkost-Unternehmen Füngers in Oranienbaum (Sachsen-Anhalt) und das an der polnischen Ostseeküste in Darlowo (früher: Rügenwalde in Hinterpommern) vor allem Fischkonserven herstellende polnische Unternehmen Excelsior Delikatesy Sp. Zo.o.

Die Übernahme dieser Unternehmen hat auch bewirkt, dass die bisher schon sehr ansehnliche Produktpalette der Wernsing-Gruppe weiter vergrößert wurde mit dem Ziel, die Bedeutung der Gruppe weiter zu verbessern und zusätzliche Marktanteile zu gewinnen. Und sie hat die Zahl der Beschäftigten um 300 anwachsen lassen, von bisher 2600 auf 2900. Diese Fakten sind Anlass genug, die Unternehmensgruppe etwas ausführlicher vorzustellen. Zur Der Unternehmensgruppe Wernsing gehören heute in Deutschland die Firmen Wernsing in Addrup, Grossmann in Reinbek (bei Hamburg) und Popp in Kaltenkirchen (bei Hamburg) und Füngers in Oranienbaum, in den Niederlanden die BIEZE Food Groep mit ihren Firmen Bieze und Epos in Nijkerk (bei Amersfoort), CelaVita in Wezep (bei Zwolle) und La Cuisine Culinaire in Roden, in Dänemark und in Schweden die Firma Flensted in Skovlund und in Ödeshög, sowie in Polen die Firmen ZMK in Ostrow und Excelsior Delikatesy Sp. Zo. O..det.

Produkte dieser Firmen sind in vielen Ländern gut „angekommen“ und „angenommen“ und daher dort im wahrsten Sinne des Wortes in (fast) aller Munde: In Deutschland, in 23 anderen Ländern Europas, in Australien, in Chile und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Die Unternehmensgruppe verfügt insgesamt über 80 Hektar Betriebsflächen. Davon bebaut sind insgesamt 22 Hektar mit Produktions-, Lager-, Büro und Sozialräumen. Das Gelände für die werkseigene Abwasserbehandlungsanlage und die Biogasanlage mit angeschlossener Trocknung in Addrup ist 3,5 Hektar groß. In der Biogasanlage wird aus Reststoffen des Betriebs Biogas hergestellt. Mit diesem Biogas wird elektrische Energie produziert. Die Wärme, die bei der Stromerzeugung anfällt, wird zur Herstellung von hochwertigem Naturdünger genutzt. Durch die regenerative Stromerzeugung bei gleichzeitiger Nutzung der Abwärme werden jährlich 9400 Tonnen an Kohlendioxid (CO2)-Emissionen vermieden. Diese Menge entspricht den CO2- Emissionen von etwa 3300 Privathaushalten mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 5500 Kilowattstunden.

Entsorgungskonzept

Das Entsorgungskonzept für biologische Reststoffe des Produktionsbetriebs Wernsing ist als Kreislauf geschlossen. Dieses autarke System sichert dem Unternehmen die Fortsetzung der Produktion auch dann, wenn eine Stromzufuhr von außen nicht möglich ist. Produziert werden in Betrieben dieser Firma weit über 1000 verschiedene Artikel. Unter anderem sind das Pommes frites, andere Kartoffelspezialitäten (frisch und gefroren), Salate, Convenience- Produkte (Fertiggerichte), Brotaufstriche, Saucen, Suppen, Dressings (Salatsaucen), Antipasti (Vorspeisen), Marinaden, Desserts und Fischspezialitäten. In allen Unternehmen der Gruppe zusammen werden zurzeit pro Jahr etwa 400 000 Tonnen an Fertigprodukten hergestellt.

Größten Wert legen die Verantwortlichen der Firmen darauf, dass ihre Artikel möglichst unter Verwendung vieler heimischer Rohstoffe immer so produziert, verpackt, gelagert und transportiert werden , dass sie stets in bester und gleichbleibender Qualität ausgeliefert werden.

Intensiv setzt sich der Hersteller von Kartoffel- und Feinkostprodukten aus Ad-drup auch mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ auseinander. Dazu Stefan Wernsing, Geschäftsführer des Unternehmens: „Die Themen Energie und Umwelt stehen mehr und mehr im Fokus. Unser Ansatz lautet daher, uns immer wieder selbst auf den Prüfstand zu stellen, um Energie effizient einzusetzen und die Umwelt zu schonen, aber auch, um wirtschaftlich zu arbeiten.“ Und auch das ist für die Verantwortlichen wichtig: die Produkte müssen im Interesse der Verbraucher stets offiziell anerkannten internationalen Qualitätsstandards entsprechen und demnach zertifiziert sein.

Da etliche der Wernsing-Produkte leicht verderblich sind, haben die Firmen eine spezielle Frischelogistik entwickelt. Sie setzen 250 eigene Frisch- und Tiefkühlauslieferungsfahrzeuge und 20 eigene Frisch- und Tiefkühl-Fernverkehrsfahrzeuge ein. Zu den Abnehmern der Unternehmensgruppe Wernsing gehören unter anderem der Fachgroßhandel der Gastronomie, der Lebensmitteleinzelhandel, Fleischereien, Party-Service-Betriebe, die gehobene Hotellerie, Imbissbetriebe und die Gastronomie , wie zum Beispiel die Betriebs- und Freizeitgastronomie, und die weiter verarbeitende Lebensmittelindustrie.

Einen kleinen Einblick in die sehr umfangreiche Angebotspalette dieser Firmen können Interessierte auch in Addrup bekommen. Im großen, klimatisierten „Wernsing- Shop“ am Kartoffelweg. Er ist geöffnet montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 12.30 Uhr.

Den Grundstein für die Unternehmensgruppe Wernsing legte der damals 27- jährige Bäcker, Gastwirt und Kaufmann Heinz Wernsing 1962 mit Produktion und Verkauf von Pommes frites in Zusammenarbeit mit Ehefrau Ingrid, geb. Muhle, und seinem damaligen Geschäftspartner Albert Honkomp aus Holdorf, der später aus der Firma ausstieg. Produziert wurden die Pommes in Addrup zunächst in den Räumen der alten Bäckerei des Geschäftshauses Wernsing an der Ecke Lüscher Straße/Elstener Straße in zwei gasbeheizten Fettwannen.

Anfangs waren es pro Stunde etwa 60 Kilo. Verkauft und ausgeliefert wurden die Pommes zunächst an Abnehmer in der Region Weser-Ems von Ehefrau Ingrid und Bruder Leo. Die heutigen modernen „Produktionslinien“ in Addrup schaffen in der Stunde mehr als 25000 Kilogramm (25 Tonnen) Pommes.

Stets war Heinz Wernsing – auch auf Volksfesten und Jahrmärkten – auf der Suche nach neuen Rezepten für Artikel, die er wirtschaftlich produzieren und vermarkten konnte. Dabei war er aber auch darauf bedacht, nur solche Artikel in einer Top- Qualität zu produzieren, die auch bei den Verbrauchern „ankommen“ konnten.

Immer auch ausgebildet

Wichtig war und ist den Verantwortlichen der Wernsing-Gruppe auch die Ausbildung und Förderung junger Menschen. So werden seit vielen Jahren junge Menschen in folgenden Berufen ausgebildet: Berufskraftfahrer, Fachkraft für Lagerlogistik, Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Industriekaufmann Industriemechaniker, Informatikkaufmann, Mechatroniker, Mechatroniker für Kältetechnik und milchwirtschaftlicher Laborant.

In seinem Betrieb war Heinz Wernsing Jahre hindurch ständig unterwegs. Tagsüber und nachts. Während seiner Gänge schaute er stets nach dem Rechten. 2009 wurde Heinz Wernsing der Unternehmerpreis des Verbundes Oldenburger Münsterland verliehen.

Das „Tagesgeschäft“ der Unternehmensgruppe leiten heute Juniorchef Stefan Wernsing, Addrup, und zwei Geschäftsführer. Diplomkaufmann Stefan Wernsingwirkt seit 1995 in der Addruper Firma. Seit 1999 leitet er sie erfolgreich.


0 Kommentare