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Frankreichs Glück im Nervendrama

Von dpa

Leverkusen. Als der letzte Elfmeter an das Lattenkreuz geknallt war und Frankreichs Fußballerinnen das WM-Halbfinale erreicht hatten, atmete Bruno Bini kurz durch. Der Coach der „Les Bleues“ war nach dem Nervendrama, das seine Mannschaft mit 4:3 im Elfmeterschießen gegen England gewonnen hatte, sichtlich geschafft. „Ich bin bei dem Gegentreffer zehn Jahre gealtert und weitere zehn Jahre beim verschossenen Elfmeter. Aber der Sieg hat mich wieder 22 Jahre jünger werden lassen“, sagte der 56-jährige Bini.

Beim Einzug in die Vorschlussrunde wollen es die Französinnen aber nicht bewenden lassen. „Unser Selbstvertrauen ist deutlich gestiegen. Wir glauben an uns und möchten noch mehr“, meinte Offensivspielerin Camille Abily. Erstmals erreichten Frankreichs Fußball-Frauen das WM-Halbfinale und qualifizierten sich zudem als eine der beiden besten europäischen Mannschaften der Titelkämpfe für Olympia 2012 in London. „Das ist für uns sehr wichtig. Wir sind stur und wollten unbedingt zu Olympia“, erklärte Bini. Vor 26395 Zuschauern mussten er und die Fans allerdings lange zittern.

Denn das WM-Aus hatten die Französinnen im Viertelfinale gleich mehrfach vor Augen. Elise Bussaglia glich erst in der 88. Minute mit einem Gewaltschuss die englische Führung durch Jill Scott (59.) aus – und nach torloser Verlängerung eröffnete Abily das Elfmeterschießen mit einem Fehlversuch. Nerven zeigten aber ebenso die Engländerinnen Claire Rafferty und Faye White, die mit dem letzten Schuss die Latte traf.