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Kommentar zum Regierungsrücktritt in Zypern Daumen runter

Von Dirk Fisser

Zypern ist der nächste Kandidat für eine Staatspleite in der Euro-Zone. Daran wird auch eine Kabinettsumbildung nichts ändern. Die Frage für die Euro-Nachbarn lautet nicht, wer zukünftig die Ministerposten bekleidet. Von Interesse ist allein das nächste Votum der Ratingagenturen. Und das ist vorhersehbar. Denn an der verzwickten Lage, in der sich das Land befindet, können auch neue Minister nichts ändern.

Die nächste Abstufung ist programmiert. Zwei Gründe sprechen dafür. Erstens: Der Wiederaufbau nach der verheerenden Munitionsexplosion Mitte Juli soll inzwischen bis zu mehrere Milliarden Euro kosten. Geld, das Zypern nicht hat, aber braucht, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Am Markt gibt es das Geld aber nicht erst seit der jüngsten Abstufung nur zu hohen Zinsen. Zweitens: Der Inselstaat ist viel zu eng verbandelt mit den Pleite-Griechen. Allein 40 Prozent der Kreditnehmer kommen aus Griechenland. Eine Zeitbombe.

Was sollen die neuen Minister machen? Dass sie gegen den Protest der Zyprioten zur Radikalkur ansetzen, ist unwahrscheinlich. Damit werden die Ratingagenturen den Daumen für Zypern noch einmal senken. Und das heißt, dass in naher Zukunft das vierte Land unter den Euro-Rettungsschirm muss. Langsam wird es dort eng. Umso peinlicher: 2012 übernimmt der Inselstaat die EU-Ratspräsidentschaft. Was für ein Vorbild in der jetzigen Situation!