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Die Königin der Kinder

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Neun Jahre hat er sich bemüht. Nicht lockergelassen. Sie immer wieder eingeladen, sie unbedingt als Trägerin des Courage-Preises gewinnen wollen. Schließlich kam sie, Königin Silvia von Schweden. Und Gerd Schöwing war selig. Ganz ohne Störungen lief die Preisverleihung gestern dann aber doch nicht ab.

Die Organisation hatte insgesamt gut geklappt, aber mit der Technik haperte es gestern während des Festaktes zur Verleihung des Courage-Preises 2009 zwischendurch. Das Problem: das Mikrofon.

Dabei gab es viel zu sagen, über Königin Silvia und über das, wofür sie sich engagiert und gestern ausgezeichnet wurde: für ihren Einsatz in der „World Childhood Foundation“, die sie vor zehn Jahren gegründet hat und mit der sie sich für misshandelte und benachteiligte Kinder einsetzt. Gerd Schöwing, Gründungsvater des Courage-Preises, atmete also hörbar auf, als das Mikrofon im Rittersaal des Bad Iburger Schlosses dann doch noch seinen Dienst tat.

Dass der Saal so gut gefüllt sei, liege an der Anwesenheit einer bestimmen Person, sagte Schöwing beschwingt. Doch damit sei nicht er selbst gemeint, flachste er. Königin Silvia in der ersten Stuhlreihe im festlichen Saal lächelte sanft, das Publikum lachte – und klatschte. Man war lockerer Stimmung, die zierliche Königin strahlte eine heitere Würde aus. Ihr silbernes Kleid ließ sie neben den dunkel gekleideten Herren rechts und links von ihr, darunter Hans-Gert Pöttering, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments, hervorstechen.

„Sie sind ein Vorbild für viele Menschen auf der ganzen Welt“, sagte Laudator Richard Oetker. Mit dem Courage-Preis würden Menschen ausgezeichnet, „die zupacken und nicht nur zuschauen“, betonte der Preisträger des vorigen Jahres. Königin Silvia engagiere sich beispielhaft. Oetker: „Die Schweden lieben sie, ihre deutsche Königin. Und die Deutschen lieben sie auch.“

Bei der Podiumsdiskussion im Bankettsaal des Schlosses war zuvor der gesellschaftliche Wertewandel Thema. In der von der Fernsehmoderatorin Susanne Stichler moderierten Runde, der die Königin aufmerksam zuhörte, prangerte Richard Oetker den niedrigen Stellenwert des „wichtigsten Berufs überhaupt“ an, nämlich den der der Hausfrau und Mutter.

Weniger dogmatisch war Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Emnid. Er präsentierte sich mit den Worten „Ich bin in dieser Runde das Volk“ und appellierte daran, die auseinanderklaffende Gesellschaft wieder zu einen. n einer zunehmend komplexen Welt benötige man neue Werte. Schöppners Zauberwort für die Bewältigung der Zukunft: Fairness.

Das Thema Integration brachte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, in die Diskussionsrunde. Thilo Sarrazin habe mit seinen umstrittenen Äußerungen zwar „sprachlich total überzogen“, den Finger aber berechtigterweise in eine Wunde gelegt, sagte er.

Weitere Berichte zum Besuch der schwedischen Königin lesen Sie in der Samstagausgabe unserer Zeitung.


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