zuletzt aktualisiert vor

"Zulieferfirmen für die Werften stehen gut da"

Meine Nachrichten

Um das Thema Vermischtes Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

"Der deutschen Schiffbauindustrie und damit auch den Werften und Zulieferbetrieben in Ostfriesland und Papenburg geht es zurzeit gut." Die positive Situation dürfe aber nicht über die ruinöse Härte der internationalen Wettbewerbssituation hinwegtäuschen, so die IHK für Ostfriesland und Papenburg.

Deshalb gelte es gerade anlässlich der gegenwärtigen Boomphase, den Standort zu stärken und die Bedingungen zu verbessern. Denn: Werften und Zulieferer seien wichtig für ganz Deutschland, betonte die Industrie- und Handelskammer weiter. In der Werftindustrie des IHK-Bezirks sind zurzeit 3850 Arbeitnehmer beschäftigt. Darüber hinaus werden auf diesen Werften gegenwärtig 240 Auszubildende in 24 verschiedenen Berufen ausgebildet.

Zudem seien etliche Zulieferer an der Wertschöpfung der Werften beteiligt. Allein 2005 seien von den fünf IHK-zugehörigen Werften (Meyer Werft in Papenburg, Cassens Werft in Emden, Nordseewerke in Emden, Schiffswerft Diedrich in Oldersum und Ferus Smit in Leer) Aufträge mit einem Umsatzvolumen von fast 145 Millionen Euro in die Region geflossen.

Auf die Unternehmen der Stadt Papenburg entfielen davon 64 Millionen Euro und auf Firmen in der Stadt Emden 41 Millionen Euro. Im Landkreis Leer betrug das Umsatzvolumen 19 Millionen Euro im Kreis Aurich 16 sowie im Landkreis Wittmund drei Millionen Euro.

Der harte Wettbewerb und der immense Preisdruck im Schiffbau führen nach IHK-Angaben dazu, dass sich die Werften zunehmend auf ihre Kernbereiche konzentrieren, ihre Fertigungstiefe abbauen und viele Leistungsbereiche auf qualifizierte Zulieferer verlagern. Diese Entwicklung eröffne den Zulieferern neue Absatzmärkte. Allerdings würden aber auch die Anforderungen an die Zulieferfirmen wachsen.

Bundesweit gibt es im Schiffbau etwa 400 zuliefernde Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, die überwiegend mittelständisch strukturiert sind. Die Zahl der Beschäftigten liegt bei 70000 und ist damit etwa dreimal so hoch wie bei den Werften selbst. Der Jahresumsatz aller bundesdeutschen Schiffbau-Zulieferer liegt bei neun Milliarden Euro. Diese Firmen seien keineswegs auf die norddeutsche Küstenregion beschränkt, sondern über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Allein 38 Prozent der Umsätze kämen aus Baden-Württemberg und Bayern, acht Prozent aus Nordrhein-Westfalen, stellte die Kammer weiter fest.

Innovation bleibe indessen der Schlüsselfaktor für die Zukunft des deutschen Schiffbaus. Und: Die deutschen Werften und damit auch die Werften und Zulieferer des Kammerbezirks hätten eine gute Perspektive, wenn sie nicht das "billigere", wohl aber das "bessere" Schiff anbieten würden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN