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13 Tonnen schwerer Findling erinnert an die 1000-Jahr-Feier

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Melle (jk).
Großer Tag für eine kleine Landgemeinde: Mit einem Festakt unter freiem Himmel hat die Bevölkerung am Sonnabendnachmittag offiziell das 1000-jährige Jubiläum der Ortschaft Meesdorf begangen. Eine eindrucksvolle Veranstaltung, die mit dem Enthüllen eines 13,5 Tonnen schweren Gedenksteins einen besonderen Höhepunkt erlebte.

Die Sonne lachte vom Himmel herab, dass es eine helle Freude war, und Jagdhornbläser stießen in die Hörner, als die Feierstunde auf dem Anwesen Strunk ihren Anfang nahm. Er schätze sich froh und glücklich, so zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zu diesem denkwürdigen Ereignis willkommen heißen zu dürfen, freute sich Ortsbürgermeister Werner Weßler in seiner Begrüßungsansprache. Für den Kommunalpolitiker gab es keinen Zweifel: "Heute ist ein besonderer Tag für unsere Gemeinde; denn heute dürfen wir Geburtstag feiern – das 1000-jährige Bestehen Meesdorfs."

Im Folgenden ging Weßler auf die Entwicklung der Ortschaft in den letzten hundert Jahren ein und nannte in diesem Zusammenhang Daten und Fakten, die als herausragende Ereignisse in die Geschichte der Ortschaft eingegangen sind. Meesdorf sei eine typische Landgemeinde, so Weßler. In der Vergangenheit habe das Gros der Bevölkerung Arbeit und Brot in der Landwirtschaft gefunden. Nach und nach seien kleine Handwerksbetriebe hinzugekommen – von der Dorfschmiede über die Stellmacherei und Tischlerei bis zum Sägewerk mit Korn- und Ölmühle.

"In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Leben in unserem Dorf von den beiden Weltkriegen überschattet", stellte der Ortsbürgermeister fest. Nach 1945 habe Meesdorf eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung erlebt. Neue Siedlungen seien entstanden. Landwirtschaft und Handwerk hätten sich positv weiterentwickelt. Die Infrakstruktur des Ortes sei nachhaltig verbessert worden. Als einschneidende Daten aus der jüngeren Heimatgeschichte nannte Werner Weßler unter anderem die Einweihung der Ehrenmalanlage im Jahre 1955, die Bestimmungsübergabe des Kulturdenkmals "Roter Pfahl" im Jahre 1956 und die Auflösung der anno 1911 gegründeten Schule im Herbst 1971. Heute präsentiere sich Meesdorf als lebens- und liebenswerter Ort, der von einer aktiven Bevölkerung mit viel Leben erfüllt werde. Werner Weßler wörtlich: "Es ist schön, in Meesdorf zu wohnen."

Im Anschluss an die Ansprache des Ortsbürgermeisters nahmen mit Jana Fronzek sowie Christian, Katrin, Patrick und Fiona Strunk fünf Kinder aus der Ortschaft das Enthüllen des Gedenksteins "1000 Jahre Meesdorf" vor, ehe Ratsherr Walter Bockbreder das Wort ergriff. Es erfülle ihn mit Stolz und Dankbarkeit, diesen prächtigen Findling seinem Heimatort Meesdorf stiften zu dürfen, sagte der Kommunalpolitiker. Er verband damit den Wunsch, dass der 13,5 Tonnen schwere Gesteinskoloss auch nachfolgende Generationen an das Jubiläum erinnern möge.

Nach der Rede des Stifters war es der Schülerin Miriam Griefahn vorbehalten, den Festakt mit der Wiedergabe des von Dr. Herbert F. Bäumer verfassten Gedichtes "Der Stein" zu bereichern. "In Ehrfurcht stehen wir vor diesem Stein, der jetzt als Gedenkstein für das 1000-jährige Meesdorf an dieser Stelle seinen Platz gefunden hat", rief Dr. Herbert F. Bäumer in seinem Festvortrag aus. Der Leiter der Realschule Buer ging zunächst auf die Ursprünge des Steins ein, der im skandinavischen Gebiet während der kaledonischen Faltung vor etwa 300 Millionen Jahren enstanden sei.

Wie aber kam der 13,5 Tonnen schwere Gesteinskoloss in das Osnabrücker Land, wo er vor einigen Jahren in einer Sandgrube entdeckt wurde? Dazu Dr. Bäumer: "Solch große Gesteinsmassen können nur auf zwei Arten, nämlich durch das Eis oder durch das Wasser, transportiert werden. Wie der Transport vor sich ging, zeigt immer der Stein selbst." So wiesen Steine, die durch Gletscher bewegt worden seien, häufig eine glatte beziehungsweise gebrochene Seite auf. Beim Transport durch Wasser entstehe dagegen ein fast gerundeter Stein. Der Findling von Meesdorf sei vermutlich durch eine Kombination aus Gletscher- und Wasserkraft in den Osnabrücker Raum bewegt worden.

"Steine haben zu allen Zeiten eine besondere Bedeutung für den Menschen gehabt", stellte der Pädagoge fest. Während der verschiedensten Epochen hätten Steine unterschiedlichste Aufgaben erfüllt – in den Steinzeiten als Grabbauten und in heutiger Zeit beispielsweise als Ehrenmale zum Gedenken an gefallene Soldaten. Dr. Herbert F. Bäumer schloss seinen vielbeachteten Festvortrag mit den Worten: "Der Stein selbst ist ein Produkt der Natur. Da, wo er heute steht und stehen bleiben soll, liegt unser Dorf, das von unseren Vätern und Vorvätern urbar gemacht worden ist. Verbinden Sie beim Ablick dieses Steines die Natur mit unseren Vorfahren, die vor etwa 1000 Jahren den Grundstein für unser heutiges Zusammenleben geschaffen haben." Im weiteren Verlauf des Festaktes entbot der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer, Dieter Huntebrinker, ein Grußwort. "Wir Heimatfreunde sind froh und stolz, in der jüngeren Vergangenheit an der Aufarbeitung der Geschichte unserer Kirchspielsgemeinden beteiligt gewesen zu sein", sagte er. Meesdorf habe dabei stets einen besonderen Stellenwert eingenommen.

In einem Schlusswort dankte Arend Holzgräfe im Namen der Einwohner allen denjenigen, die sich an der Vorbereitung des Ortsjubiläums beteiligt hatten. Anschließend zogen die Teilnehmer des Festaktes gemeinsam zum Anwesen der Familie Helmut Walter, wo ein Erntefest den abschließenden Höhepunkt der 1000-Jahr-Feier Meesdorfs bildete.


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