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Kommentar: Keine Abenteuerlust

Von Wilfried Hinrichs

Die Finanzkrise ist noch in frischer Erinnerung, da schickt sich Osnabrück an, auf dem Finanzmarkt das große Rad zu drehen. Haben sie denn nichts gelernt?, könnte man fragen. Doch, sie haben gelernt. Nämlich den Banken nicht alles allein zu überlassen.

Wichtig ist: Die Stadt stürzt sich nicht in halsbrecherische Spekulationen. Was die Finanzexperten der Stadt planen, ist sauber von jenen Geschäften zu unterscheiden, die einige Kommunen in der Finanzkrise schwer getroffen haben. Das waren in der Regel sogenannte Cross-Border-Geschäfte, Leasing-Abkommen mit internationalen Banken. Dabei verkauften die Kommunen Anteile an Stadtwerken, Kläranlagen oder den Nahverkehr an Banken, um sie gegen eine Leasinggebühr zu nutzen. Das System flog mit der Pleite der Banken in die Luft.

Davon ist Osnabrück weit, weit entfernt. Hier geht es überhaupt nicht um Spekulationsgewinne, sondern um Gebührenersparnis. Die Banken haben bei der Verwaltung der geschlossenen Fonds oft freie Hand, können kaufen und verkaufen und für jede Transaktion Gebühren kassieren. Das ist wie die Einladung zum Gelddrucken, wenn die Kapitaleigner nicht so genau hinschauen.

Host Baier hat genauer hingeschaut und Konsequenzen gezogen. Er wird nicht von Abenteuerlust getrieben, sondern von Sachkenntnis, Mut und Ideenreichtum.