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Volleyballer verlieren WM-Auftakt – „Das war nicht unser Ding“ Glatter Fehlstart

Von dpa

Lehrstunde zum Auftakt: Simon Tischer (links) und Max Günthör im Spiel gegen Serbien. Foto: nphLehrstunde zum Auftakt: Simon Tischer (links) und Max Günthör im Spiel gegen Serbien. Foto: nph

dpa Triest/München. Nach der Lehrstunde zum WM-Auftakt war die Stimmung bei den hochgelobten deutschen Volleyballern im Keller. „Ich weiß nicht, was los war. Wir haben nicht unser Ding gespielt“, klagte Angreifer Georg Grozer nach der 0:3 (21:25, 21:25, 13:25)-Klatsche gegen WM-Medaillenanwärter Serbien im ersten Vorrundenspiel am Samstagabend im italienischen Triest.

„So dürfen wir nicht spielen“, sagte auch Zuspieler Simon Tischer – und baute vorsorglich auf den ungewöhnlichen WM-Spielplan. „Jetzt kommt uns der Modus entgegen. Unser Ziel muss sein, die Vorrunde zu überstehen.“

Doch das dürfte angesichts des enttäuschenden Auftritts im mit 6000 Zuschauern gefüllten „Palatrieste“ schwer genug werden. In keiner Phase konnte das Team von Bundestrainer Raúl Lozano an die guten Auftritte in der Weltliga oder an die jüngsten Testspiel-Siege gegen Weltmeister Brasilien anknüpfen. Vor allem am Netz war der Olympiasieger von 2000 klar überlegen, auch in der Feldabwehr offenbarten die Mannen Lozanos erstaunliche Mängel. „Deutschland hat sehr stark in der Weltliga und gegen Brasilien gespielt, deswegen war ich sehr überrascht, dass wir so klar gewonnen haben“, gestand nach dem unerwarteten Spaziergang Serbiens Top-Zuspieler Nikola Grbic.

„Eine WM ist etwas anderes als ein Freundschaftsspiel gegen Brasilien“, konstatierte Kapitän Björn Andrae nach der missratenen WM-Premiere und mahnte: „Es ist nicht viel Zeit, um sich zu verbessern.“ Doch ihre Hoffnungen auf das Viertelfinale – oder sogar noch mehr – müssen die Männer des Deutschen Volleyball-Verbandes noch längst nicht begraben.

Immerhin ist es durch den ungewöhnlichen Turniermodus sogar möglich, dass der kommende Weltmeister zuvor dreimal als Verlierer das Feld verlässt. „Unser Ziel ist es, die nächste Runde zu erreichen, egal, ob als Erster, Zweiter oder Dritter“, hatte Lozano denn schon vor dem WM-Vorrundenauftakt betont. „In der nächsten Runde geht es wieder bei null los.“ So dürfte den Deutschen schon ein Sieg am Montag gegen Außenseiter Kanada fürs Weiterkommen reichen.

Erfolgreich startete Titelverteidiger Brasilien ins WM-Turnier. Die Südamerikaner, die als erstes Männerteam mit drei Titelgewinnen in Serie den WM-Hattrick perfekt machen können, hatten beim 3:0 in nur 64 Minuten gegen Tunesien leichtes Spiel. Auch Mitfavorit Russland gab sich beim 3:0 gegen Kamerun keine Blöße. Dagegen musste Olympiasieger USA beim hart erkämpften 3:2 gegen Mexiko Schwerstarbeit verrichten.