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Abschied vom Haus am Bürgerpark

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Die Stadt Osnabrück trennt sich vom Altenheim „Haus am Bürgerpark“. Das Haus mit 155 Plätzen war seit Jahren defizitär und wurde vor zehn Jahren vom Klinikum übernommen. Der Aufsichtsrat des Klinikums hat jetzt einem Verkauf an das Diakoniewerk zugestimmt. Gestern fand eine Mitarbeiterversammlung für die 66 Beschäftigten im Haus am Bürgerpark statt.

Das Klinikum werde sich künftig wieder auf sein Kerngeschäft in der Medizin konzentrieren, sagte der neue Finanzvorstand der Stadt, Dr. Horst Baier, nach der Aufsichtsratssitzung des Klinikums. Mit dem evangelischen Diakoniewerk, das in Osnabrück bereits vier Altenheime führt, habe das Klinikum einen erfahrenen und ausgewiesenen Partner gefunden. Man sei „vertragseinig“ über den Verkauf zum 1. Oktober des Jahres geworden, allerdings müsse die Gesellschafterversammlung des Diakoniewerks noch endgültig zustimmen.

Für die Bewohner und das Pflegepersonal bedeute der Verkauf keine Änderung, sagte Baier weiter. Die 66 Pflegekräfte (35 Vollzeitstellen) behalten ihre Altersversorgung des öffentlichen Dienstes, und betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2015 ausgeschlossen. Das Diakoniewerk wolle das Haus am Bürgerpark modernisieren und als Altenheim weiterbetreiben. Über den Kaufpreis für das 1969 gebaute Haus (Grundstück 12000 Quadratmeter) mit derzeit 155 Plätzen wurde offiziell Stillschweigen vereinbart. Dem Vernehmen nach liegt der Preis bei 1,2 Millionen Euro.

Das städtische Haus am Bürgerpark war seit Jahren ein Verlustbringer. Spätestens mit der Einführung der Pflegeversicherung 1996 rutschte das damals noch vom städtischen Sozialamt geführte Haus in die roten Zahlen. Zuletzt 2008 betrug das Defizit allein 523000 Euro. Die Gründe lagen in einer unwirtschaftlichen Gebäudestruktur, zu hohen Personalkosten und einer mangelnden Auslastung. Auch aktuell ist das Haus nur zu 70 Prozent belegt.

Diese Probleme führten dann im Januar 2000 zum Verkauf des Altenheims an das Klinikum. Der damalige Klinikum-Geschäftsführer Werner Ukas stellte „Synergieeffekte“ bei der Betriebsführung und der Belegung in Aussicht, sprach aber auch von einem erheblichen Investitionsbedarf.

Als Kaufpreis überwies das Klinikum damals an den Eigentümer OWG elf Millionen Mark. Und für 1,3 Millionen Mark wurde eine neue Küche installiert. Aktuell ist das Haus noch mit Verbindlichkeiten von 5,4 Millionen Euro belastet, die als Sonderabschreibung in der Bilanz des Klinikums stehen. Die Stadt suche hierzu aber nach Lösungen, sagte Baier.

Der Verkauf im Jahr 2000 sei wohl zum damaligen Buchwert und nicht nach dem Marktwert erfolgt, merkte Dr. Horst Baier dazu an. Wichtiger als diese bilanztechnische Frage sei für ihn jedoch, dass nun Klarheit für die Mitarbeiter bestehe und zugleich die laufenden Verluste begrenzt würden.


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