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Nicht für Ökoprofit, für das Leben

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"Nicht für die Schule, für das Leben lernt ihr", sagt schon der Lateiner. Für die Teilnahme der G. Kromschröder AG am ersten Ökoprofit im Kreis Steinfurt gilt in Abwandlung: "Nicht für Ökoprofit, für das Leben betreiben wir Umweltschutz." Zumal die Einsparung von Rohstoffen und Energie nicht nur ökologischen, sondern auch ökonomischen Gewinn bringt.

"Die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens hängt auch davon ab, wie verantwortungsvoll es mit der Umwelt umgeht", heißt es im Internetauftritt der Bürener. Die Formulierung stammt von Dr. Gerd Althoff, dem Umwelt- und Arbeitsschutzbeauftragten der Firma. Er argumentiert nicht mit Ethik, sondern mit dem Nutzen für Mensch, Betrieb und Natur.

Kromschröder ist der größte der 14 Teilnehmer der hiesigen Ökoprofit-Premiere. Dass die Zahlen der 2004 erzielten Einsparungen - fünf Tonnen Abfall, 70000 Kilowattstunden Energie plus 250Kubikmeter Wasser gleich 6500 Euro - bei dem Gasmessgerätehersteller mit einem Jahresumsatz von 150 Millionen Euro nicht so maßlos beeindruckt, gesteht Althoff zu: "Bei einem Riesensprung müsste ich mich fragen lassen, was ich in den elf Jahren versäumt habe." Schließlich bekleidet der in Biophysik promovierte Osnabrücker seine Funktion bereits seit 1992.

Damals setzte die Nachfrage nach Umweltbeauftragten in Unternehmen ein. Althoff hatte seine Universitätslaufbahn abgeschlossen und passte in das von Kromschröder gewünschte Profil. "Technik hat mich schon immer interessiert, vor allem die Vielseitigkeit der Physik." Im Gegensatz zu früheren Wissenschaftlergenerationen bekennt sich der 46-Jährige aber zur gesellschaftlichen Verantwortung seiner Zunft. Die kann er in seiner Funktion bestens wahrnehmen.

Sieben höchst unterschiedliche Maßnahmen sind in der Ökoprofit-Broschüre des Kreises Steinfurt für Kromschröder aufgeführt. Die wichtigste ist für den Verantwortlichen die "Überarbeitung der Umweltorganisation". Im zu Grunde liegenden permanenten Prüfungsprozess seien alle weiteren "kleinen Maßnahmen" bereits angelegt, die Einführung von Automatikspülern in den Toiletten wie der Einsatz von Mehrweg-Putztüchern oder die Heizungsmodernisierung.

"Wir sind kein energie-, sondern ein personalintensives Unternehmen. Fortschritte erzielen wir deshalb vor allem über die Motivation, Identifikation und Aufklärung der Mitarbeiter", beschreibt Althoff die Zielrichtung seiner Umwelt- und Arbeitsschutzstrategien. In allen Betriebsbereichen hat er Mitarbeiter gewonnen, die zusammen das siebenköpfige Umweltteam bilden. Mit ihnen ist Althoff ganz nah an den Kollegen und ihren Arbeitsabläufen, die es immer wieder zu optimieren gilt. Ein Beispiel: Die Gaszähler wurden früher mit hohen Kosten und Emissionen lackiert. Heute wird pulverbeschichtet, was nicht nur sauberer, sondern auch weit billiger ist.

Da der Staat finanzbedingt seine Aufsichtsfunktion zurückfährt und entsprechend dereguliert, wächst den Unternehmen immer stärker Eigenverantwortung im Umwelt- und Arbeitsschutz zu. Althoff begrüßt die daraus entstehenden Spielräume, die maßgeschneiderte Lösungen erlauben. Die politische Unterstützung, die der Kreis durch Ökoprofit dabei gibt, findet seine Anerkennung.


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