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Kommentar: Pervers

Von Michael Jonas

Es ist so eklig, so widerlich, dass einem schlecht werden kann. Welche Vollidioten kommen auf die Idee, gegnerischen Fans Becher entgegenzuschleudern, die mit Fäkalien und Urin gefüllt sind? Besoffene, Hasserfüllte, Hirnlose? Das Ausmaß der Vorfälle im Fußball nimmt Formen an, die mit der Wertung kurios unzureichend beschrieben sind.

Zu den Randalierern, die den Sport unsicher machen, haben sich jetzt Perverse ganz anderer Art gesellt, die sich Übergriffe übelster Art leisten. Die Täter sind offenbar identifiziert. Ein bundesweites Stadionverbot müsste die Strafe sein.

Auf diese Fanatiker wird jeder Klub gerne verzichten. Da nimmt sich die Störaktion in Hoffenheim aus wie ein harmloser Jungenstreich. Ist er aber nicht. Auch wenn der Verursacher Mäzen Hopp gegen Schmähgesänge schützen wollte, so ist die Geräuschbelästigung alles andere als ein Kavaliersdelikt. Wenn derartige Taten Schule machen, sind Fußballplätze bald nur noch Schauplätze gegenseitiger Abneigungen, und das in einem radikalen Kontext.

Es sind gerade erst zwei Bundesligaspieltage ins Land gegangen, und schon beherrschen ganz andere Themen als Tore und Triumphe die Schlagzeilen. Hoffentlich geht es so nicht weiter. Sonst wird einem die Freude am Fußball noch mehr vergällt. Und irgendwann leeren sich die Stadien, ohne dass Leistungen relevant sind.