zuletzt aktualisiert vor

Boden stark durch Heizöl kontaminiert

Von

Nachbarn der Firma Brandewiede in Meppen beklagten sich am Montag über Dieselgeruch, der von ihrem Grundstück zwischen der Versener Straße, Neelandstraße und Am Stadtforst ausging. Sie hielten einen Umweltskandal für möglich und wollten eine Bürgerinitiative starten. Jetzt gab die Firma Dr. Lüpkes & Partner GmbH Entwarnung: Der Abtransport der verseuchten Erde wurde gestern abgeschlossen.

Die Umweltschutzbehörde beim Landkreis Emsland hatte in seinem Gutachten der Bodenuntersuchung auf mögliche Altlasten hingewiesen. Beim Bodenaushub für die Wohnbebauung und einen ,,Lidl"-Markt bestätigte sich dieser Verdacht: Der Boden ist in beträchtlichem Umfang durch Heizöl kontaminiert. Der wahrscheinliche Schadensursprung, so Dr. Lüpkes auf Anfrage, sei ein unbemerkter Defekt in der alten Heizölanlage. Die alten Ölheizungen hätten früher einen Vor- und einen separaten Rücklauf gehabt, der eventuell defekt gewesen sein könnte. Aber auch eine eventuelle Tanküberfüllung könne die Ursache des kontaminierten Bodens sein. Ein Fremdverschulden könne sehr wahrscheinlich ausgeschlossen werden. Ein kompletter Bodenaustausch wurde erforderlich. Ein Grundwasserschaden sei nicht erkennbar.

Die verseuchte Erde wurde an den Umweltschutzverband Ganderkesee geliefert, wo die Erde zur Wiederverwendung aufbereitet wird. Auf einer heimischen Deponie sei sie nicht dekontaminierbar gewesen und deshalb für immer verloren gewesen. Die verseuchte Erde wurde sorgfältig mit Folie unter- und überdeckt. Ohne diesen totalen Erdaustausch war eine Umwidmung und Zuführung des ehemaligen Fahrzeug- und Gerätegeländes in eine neue gewerbliche Nachnutzung und Wohnbebauung unmöglich. Der Bodenaustausch brachte den beteiligten Firmen eine Verzögerung von ca. 14 Tagen.

Anlieger und besorgte Bürger hatten sich bei der Stadt Meppen erkundigt und ihre Sorge und ihre Bedenken wegen des Ölgeruchs geäußert. Die Stadt Meppen sah jedoch nach Rücksprache mit dem Landkreis Emsland keinen Handlungsbedarf. Erst nach der jetzt anstehenden Abschlussbegutachtung durch die Umweltschutzbehörde kann die gesamte Grundstücksfläche für weitere Baumaßnahmen frei gegeben werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN