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Ein Mann mit Familiensinn

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Am 23. April verstarb Albrecht Freiherr von dem Bussche-Ippenburg, genannt von Kessell, im Alter von 84 Jahren. Die Region hat mit dem Tod von dem Bussches eine engagierte Persönlichkeit verloren, die die Entwicklung im Wittlager Land und darüber hinaus nach dem Zweiten Weltkrieg mitgeprägt hat.

Albrecht von dem Bussche-Ippenburg stammt aus Berlin. Er wurde am 14. Februar 1921 geboren. Sein Vater Friedrich Wilhelm Freiherr von dem Bussche-Ippenburg war Direktor der Deutschen Arbeiterzentrale, einem Vorläufer der heutigen Bundesagentur für Arbeit.

Von dem Bussche wuchs mit drei Halbgeschwistern auf, von denen zwei noch leben. 1934 adoptierte ihn sein Onkel Hermann Graf von dem Bussche-Ippenburg, dessen Ehe kinderlos geblieben war. Die leiblichen Eltern starben bereits 1934 (Mutter) und 1937 (Vater). Von dem Bussche besuchte die Ritterakademie zu Brandenburg, verbrachte die Ferienzeit aber meist auf Ippenburg in Bad Essen-Lockhausen. Nach dem Abitur 1939 folgten Arbeitsdienst und der Kriegsdienst, unter anderem in Frankreich und später an der Ostfront. Der Oberleutnant wurde zweimal schwer verwundet. Nach dem Kriegsende 1945 und der Entlassung aus britischer Gefangenschaft kehrte von dem Bussche nach Ippenburg zurück.

Das Anwesen war mehrere Jahre lang neue Heimat für viele Flüchtlingsfamilien aus den Ostgebieten. So aus Pommern, der Heimat seiner Ehefrau Ariane, geb. von Schlieffen, die er im Oktober 1945 heiratete. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor. 15 Enkel zählen heute ebenfalls zur weit verzweigten Familie.

Der "Herr Baron", so nannten ihn die Lockhauser Bürger, war bis 1976 als selbstständiger Land- und Forstwirt auf den Familienbesitzungen in Ippenburg und Neuenhof (Sauerland) tätig. Die Söhne Alhard (Neuenhof) und Philip übernahmen die Betriebe.

Darüber hinaus hat der Verstorbene zahlreiche Ehrenämter übernommen. So als Präsident des Raiffeisenverbandes Weser-Ems und als Präsident des landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbandes Weser-Ems. Er war tätig in weiteren Aufsichtsgremien der Landwirtschaft. Von dem Bussche war zudem viele Jahre Mitglied im Rat der bis 1972 selbstständigen Gemeinde Lockhausen, und er hat sich im evangelischen Kirchenkreis Melle-Wittlage engagiert. Von 1954 bis 2003 übte er das Patronat der St.- Nikolai-Kirchengemeinde Bad Essen aus. Freifrau Luise von dem Bussche-Hünnefeld übernahm diese Aufgabe. Das Patronat wird abwechselnd zwischen den beiden Familien ausgeübt. Seit 1976 widmete sich Freiherr von dem Bussche historischen Studien. Er schrieb mehrere Bücher. Zuletzt erschien 2001 "Ippenburg - Mittelpunkt einer Familie".

Wer aus der Bevölkerung an der heutigen Trauerfeier für Albrecht Freiherr von dem Bussche-Ippenburg teilnehmen möchte, sollte sich rechtzeitig in der St.-Nikolai-Kirche in Bad Essen einfinden. Dort beginnen die Trauerfeierlichkeiten um 13 Uhr.


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