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Krippentour: Auf verständliche Art soll Gott näher gebracht werden

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Wo Christen die Menschwerdung Gottes feiern, veranschaulicht die Weihnachtskrippe dieses Geschehen.

Viele machen sich in diesen Tagen zu einer "Krippentour" auf den Weg. Der Jesuit Philip de Barlaymont schrieb in seinem 1619 erschienenen Buch "Paradisum puerum" eine erste "Theorie" und einen Kommentar zur Weihnachtskrippe. Er wies darauf hin, dass mit den Darstellungen "dem Zuschauer auf verständliche Art Gott näher gebracht werden sollte". "Die bildhafte Darstellung des Geschehens im Stall zu Bethlehem und auf den Fluren lassen die Betrachter unmittelbar am Ereignis der Menschwerdung Jesu teilnehmen", sagt Dr. Klöppel, Leiter des Projektes Kirche und Kultur im Emsland. Und: "Keine Krippe ist wie die andere; und jede kann eine eigene Geschichte erzählen."

Beispielsweise die in der Meppener Pfarrkirche St. Maria zum Frieden: Sie ist in den Gründerjahren der Gemeinde in den Nachkriegsjahren mit einfachen und bescheidenen Mitteln entstanden. Das Jesuskind hat der erste Pfarrer der Gemeinde, Josef Orgaß, selber modelliert.

Ein Baby aus der Gemeinde hat dabei als Modell gedient. Ältere Esterfelder erzählen, dass sie in den Gesichtern der Könige und Hirten Gemeindemitglieder aus jener Zeit erkennen können. Auch in Haselünne haben dem Künstler Ludwig Nolde in den Jahren zwischen 1943 und 1947 Bürger als Hirten Modell gestanden. Auffallend an dieser Krippe ist, dass im Stall der Ochse fehlt.

Mit den beweglichen Figuren lassen sich verschiedene Szenen aus dem Leben des Jesuskindes darstellen: neben der Geburt die Herbergsuche, der Besuch der Weisen aus dem Morgenland und die Flucht nach Ägypten. Die "Heiligen Drei Könige", deren Fest die katholische Kirche am 6. Januar feiert, sind in der Krippendarstellung im Emslanddom in Haren bereits im Anmarsch auf Bethlehem.

Die Krippenfiguren schuf der Künstler Johannes Wehrenberg im Jahre 1939 in Münster. In der St.-Clemens-Kirche in Wesuwe "erlebt" der Besucher, wie der Engel den Hirten auf Bethlehems Fluren die "große Freude" verkündet. Viel zu erzählen hat auch die große "Krippenlandschaft" in der Fullener Pfarrkirche. Es lohnt sich, für einen Besuch viel Zeit mitzubringen, um die zahlreichen Szenen zu betrachten: den Besuch des Engels Gabriel bei Maria, den Weg von Nazareth nach Bethlehem, die Verkündigung der Geburt des Erlösers durch eine große Schar von Engeln und den Auftritt der Könige aus dem Morgenland im Palast des Herodes.


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