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"Der Beruf fängt in der Schule an"

Der 16-jährige Dennis Metten hat eine klare Vorstellung von seinem Leben nach der Schulzeit. Er will Mechatroniker werden, selbstständig an elektrischen und mechanischen Anlagen arbeiten sowie komplexe Systeme zusammenbauen, installieren und warten.

Während des Schülerbetriebspraktikums bei der Maschinenbaufabrik "Hedelius" in Meppen-Nödike festigte sich sein Berufswunsch. Zwei Wochen lang konnte der Zehntklässler von der Johannesschule Meppen seinen Traumberuf in der Praxis kennen lernen und erste Einblicke in das Arbeits-, Berufs- und Wirtschaftsleben gewinnen.

Jetzt gab er bei "Hedelius" seine Bewerbungsmappe ab. Der Maschinenbaumeister Alfons Imholt, der ihn während des Praktikums betreute, bescheinigt dem Schüler gute Chancen. Die Meppener Firma bildet seit einem Jahr im Beruf Mechatroniker aus. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.

"Ein Idealfall", sagt der Leiter der Johannesschule, Franz-Josef Röttger, im Gespräch mit unserer Zeitung und freut sich, dass sein Schüler nicht nur während des Betriebspraktikums die eigenen Erwartungen überprüfen konnte, sondern sich auch rechtzeitig beworben hatte. Jetzt könne er auf einen Ausbildungsplatz in einem der modernsten Betriebe Meppens hoffen.

Die Schule bemühe sich im Rahmen ihres Bildungsauftrages, diesen Weg zu vermitteln. Berufsvorbereitung und Betriebspraktikum sind feste Bestandteile der Lehrpläne. "Wir sind sehr dankbar, dass Betriebe bereit sind, Praktikanten aufzunehmen", so der Schulleiter. Die Schülerbetriebspraktika bilden einen Kernpunkt innerhalb des Maßnahmenkatalogs in der Berufsorientierungsphase. Aufgrund ihrer zeitlichen Länge - zwei Wochen für Realschüler und drei Wochen für Hauptschüler - heben sie sich von anderen auf Praxis ausgerichteten Aktivitäten ab. "Dazu gehören auch Berufsberatungen, Betriebsbesichtigungen, Besuche des Berufsinformationszentrums und das Bewerbungstraining", zählt Ludwig Mühlenstädt, der Fachleiter Arbeit Wirtschaft Technik, die übrigen schulischen Maßnahmen auf.

Leider gebe es Schüler, die trotz aller Bemühungen bis zum letzten Moment mit ihrer Berufswahlentscheidung zögern. "Die Zeit wird knapp", warnte der Pädagoge angesichts der sinkenden Zahl der Ausbildungsplätze.

Die Johannesschule beabsichtigt, künftig die Kontakte mit Unternehmen zu intensivieren. Seit Anfang des Schuljahres arbeitet in der Schule die Schulsozialpädagogin Anja Möller. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem der Aufbau eines Fördernetzes zur praxisnahen Vorbereitung auf den beruflichen Alltag. Zu den Partnern zählen Betriebe in Industrie und Handwerk, Berufsbildende Schulen sowie Jugend- und Arbeitsämter.

"Der Beruf fängt in der Schule an", sagt sie. Zusammen mit Fachleiter Mühlenstädt informiert und berät sie Schüler in allen Fragen der Berufsbildung. Sie besucht sie auch während des Praktikums in den Betrieben und motiviert sie, eigene Vorstellungen und Fähigkeiten im Hinblick auf ihre Berufswahl zu überprüfen.


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