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TV-Kritik: Tatort ,,Bienzle und der Mann im Dunkeln" (ARD)

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Von Joachim Schmitz

Sollten sie unser Flehen erhört haben? Bienzle und seine Hannelore schienen gestern Abend zum Ende des Tatorts aus Stuttgart derart miteinander versöhnt, dass wir guter Hoffnung seien können, in Zukunft von weiteren Episoden der schier endlosen Reihe ,,Frau kehrt nicht zum Kommissar zurück, weil der mit seinem Beruf verheiratet ist" verschont zu bleiben.

Doch das war bei weitem nicht das einzige Positive an ,,Bienzle und der Mann im Dunkeln". Der Krimi hatte von der ersten bis zur letzten Minute das Zeug, sich in der langen Geschichte des ,,Tatorts" einen Spitzenplatz zu erobern. Zu verdanken haben wir dies einem Team, das in dieser Form zum ersten Mal miteinander arbeitete: Autorin Martina Brand, die bislang vor allem durch ihre Folgen der ,,Kinderärztin Leah" aufgefallen war, hatte dem Bienzle-erfahrenen Regisseur Dieter Schlotterbeck ein absolut erstklassiges Drehbuch an die Hand gegeben.

Da gesellten sich zu den Spannungselementen einer Entführungsgeschichte der politisch-kriminelle Hintergrund des Exports von Material zur Giftgasproduktion in einem afrikanischen Land sowie eine wohldosierte Portion Action, die es zusätzlich knistern, den Film aber nie zum billigen Reißer verkommen ließ. Die eingangs erwähnte unendliche Geschichte von Bienzle und Hannelore trat dagegen wohltuend in den Hintergrund.

Die Verwunderung darüber löst sich bei einem Blick in die Produktionsfakten auf: Bienzles geistiger Vater Felix Huby hatte seine Figur erstmals einer Kollegin anvertraut - der bereits erwähnten Martina Brand. Und der gelang es ganz hervorragend, den Mief von einsetzender Langeweile aus dem Hause Bienzle zu blasen und den Stuttgarter Fernsehkommissar einer schon lange angezeigten Frischzellenkur zu unterziehen. Heute Abend komplettiert die junge Autorin dann ihren Doppelschlag mit der TV-Komödie ,,Trennungsfieber" (ZDF, 20.15 Uhr).


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