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Wiggermann arbeitet in Hamburg „Ich kann hier noch viel lernen“

Von Wilfried Roggendorf

Setzt auf Hamburg: Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Jobsuche absolviert Bernd Wiggermann nun ein Volontariat bei einer Kommunikationsagentur in der Elbestadt.Foto: wrogSetzt auf Hamburg: Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Jobsuche absolviert Bernd Wiggermann nun ein Volontariat bei einer Kommunikationsagentur in der Elbestadt.Foto: wrog

Hamburg. Bernd Wiggermann arbeitet heute bei der Kommunikationsagentur „Euro RSCG ABC“ in Hamburg und absolviert ein 15-monatiges Volontariat. Dabei hatte es für den in Meppen aufgewachsenen Wiggermann nach seinem Studium des Kommunikationsmanagements an der Fachhochschule Osnabrück am Standort Lingen zuerst nicht so gut ausgesehen.

„Als ich im Februar 2009 mit dem Studium fertig war, herrschte gerade die Hochzeit der Wirtschaftskrise“, erinnert sich der 28-jährige Diplom-Kommunikationswirt. Da hätten viele Unternehmen als erste Maßnahme ihre Kommunikationsetats heruntergefahren. „Ich kann in dieser Situation nur empfehlen, Praktika zu machen“, sagt Wiggermann. Er habe die Zeit bis zu seiner Einstellung im Dezember 2009 ebenfalls so überbrückt.

„Meine Partnerin hat nach ihrem Studium in Hamburg sofort einen Job gefunden“, begründet Wiggermann, warum er sich bei seinen Bewerbungen vornehmlich auf die Hansestadt beschränkt hätte. Hamburg sei eine schöne Stadt, aber es gebe ein Problem: „Das denken viele andere auch.“ Die Konkurrenz ist groß.

Jetzt ist er im Bereich der Unternehmenskommunikation und der PR tätig. Zu den Kunden seines Arbeitgebers „Euro RSCG ABC“ gehören Marken wie Jacobs, Milka und Toblerone, aber auch die Stadtreinigung Hamburg und die Hafenbehörde. Medienbeobachtung, die redaktionelle und konzeptionelle Gestaltung von Internetauftritten, die klassische Pressearbeit und das Erstellen von Präsentationen bilden einen Teil seiner Tätigkeiten.

„Das Studium war sehr praxisorientiert“, fühlt sich Wiggermann durch die FH Lingen gut auf diese Aufgaben vorbereitet. „Auf manche Inhalte stößt man in der Agentur sehr schnell.“ Andere brauche man zwar nicht jeden Tag bewusst, aber sie würden helfen, die Dinge theoretisch zu untermauern. „Nutzloses Wissen wurde im Studium nicht vermittelt“, stellt der Volontär bei seiner täglichen Arbeit fest. „Ich kann als Kommunikationsfachmann, der sich auf die fachlichen Themen eines Kunden spezialisieren muss, besser in den PR-Bereich einsteigen, als ein Fachmann, der im Thema steht und sich dann noch in die Kommunikation einarbeiten soll.“

Sein Volontariat gefällt Wiggermann. „Die Agentur hat einen hohen Qualitätsanspruch, und ich kann hier noch viel lernen“, sagt der 28-Jährige. Und auch die finanzielle Seite stimmt für ihn. „Berufsanfänger werden ja tendenziell niedriger bezahlt. Mit meinem Arbeitgeber liege ich im guten, oberen Mittelfeld“, zeigt sich Wiggermann zufrieden. Er habe andere, unzumutbare Angebote erhalten, die ihn „geradewegs in Hartz IV getrieben“ hätten.

Zu den Chancen auf seinem Berufsweg kann Wiggermann pauschal noch nichts sagen. „Aber wenn man weiß, was man will und kann, sind die Aussichten gut – gerade hier in Hamburg“, sagt Wiggermann und setzt trotz der anfänglichen Probleme bei der Jobsuche auf die Stadt an der Elbe.