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Bald holt der „Stadtservice“ den Müll ab

Neue Besen kehren gut: Axel Raue (37) wird Leiter des Eigenbetriebes, der den Müll abholt, die Grünflächen pflegt, die Straße kehrt und die Friedhöfe verwaltet. Foto: Michael HehmannNeue Besen kehren gut: Axel Raue (37) wird Leiter des Eigenbetriebes, der den Müll abholt, die Grünflächen pflegt, die Straße kehrt und die Friedhöfe verwaltet. Foto: Michael Hehmann

Der Name des neuen Eigenbetriebes steht in offiziellen Papieren noch in Anführungszeichen: „Stadtservice“. Er würde aber passen. Der Stadtservice holt den Müll ab, pflegt die Grünflächen, verwaltet die Friedhöfe und bessert die Straßen aus. Der Service für fast alles.

Der Stadtrat hat der Fusion des Eigenbetriebs Grünflächen und Friedhöfe und des Abfallwirtschaftsbetriebes in der vorigen Woche geschlossen zugestimmt. Gestern stellte Oberbürgermeister Boris Pistorius den Chef an der Spitze des 450-Mann-Betriebes vor: Axel Raue, 37 Jahre alt, bisher Leiter des Eigenbetriebes Grünflächen und Friedhöfe. Er übernimmt auch die Straßenunterhaltung und den Bauhof aus dem Fachdienst Straßenbau. „Damit fügt sich zusammen, was inhaltlich zusammengehört“, sagt Oberbürgermeister Boris Pistorius.

Was hat der Bürger davon? „Gebührenstabilität“, sagt der Finanzchef der Stadt, Horst Baier, zu dessen Ressort der neue Eigenbetrieb gehört. Außerdem: bessere Dienstleistungen bei geringeren Kosten.

Wo liegen die Vorteile? Es sind die oft beschworenen Synergieeffekte. Ein Beispiel aus dem Alltag, den Horst Baier gestern schilderte: Ein Trupp der Straßenunterhaltung entdeckt auf der Kontrollfahrt ein schrottreifes Fahrrad am Straßenrand. Die Straßenbauer nehmen es nicht mit, sondern rufen ihre Kollegen vom Abfallwirtschaftsbetrieb an, die für Müllentsorgung zuständig sind. Solche Doppelarbeit wird es in Zukunft nicht mehr geben. Die größten wirtschaftlichen Effekte erwarten Baier und Axel Raue aber durch die gemeinsame Nutzung des Fuhrparks. Baier: „Der Austausch der Fahrzeuge war nicht immer optimal.“

Was hat den Anstoß zur Fusion gegeben?„Die Überlegungen sind schon einige Jahre alt“, sagte OB Pistorius. Richtig Dynamik gewann das Thema im vergangenen Jahr, als die Diskussion um den Winterdienst auf Radwegen hochkochte. Zuständig ist dafür der Abfallwirtschaftsbetrieb, der aber über keine geeigneten Geräte verfügt. Auf der anderen Seite bot sich der Eigenbetrieb Grün und Friedhöfe mit passendem Gerät an, war aber nicht zuständig. Ungelöst blieb auch die Frage, wie der Radweg-Winterdienst abzurechnen ist.

Werden Stellen gestrichen? Nein. Natürlich habe es „Sorgen und Unsicherheiten“ bei den Mitarbeitern gegeben, sagte Pistorius. Die Bedenken seien durch frühe und intensive Gespräche mit der Personalvertretung ausgeräumt worden. Jeder werde weiter nach seinen Stärken und Erfahrungen eingesetzt. „Kein Gärtner muss befürchten, auf den Müllwagen umsteigen zu müssen“, ergänzte Horst Baier.

Was gehört zum Stadtservice? Fünf Abteilungen wird es in dem neuen Eigenbetrieb geben: Fuhrpark/Werkstatt, Planung/Bauleitung, Finanzwesen, Friedhöfe (Krematorium, Bauunterhaltung), Straßenunterhaltung/Straßenreinigung und Abfallwirtschaft. Der künftige Abteilungsleiter Abfallwirtschaft wird zugleich Stellvertreter von Werkleiter Axel Raue. Die Stelle soll extern besetzt werden. Die bisherige Werkleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebes, Dr. Marietta Klekamp-Lübbe, kehrt ins Rechtsamt zurück. Sie hatte die Aufgabe 2005 nach dem überraschenden Ausscheiden von Willi Niggemann kommissarisch übernommen.

Und der Name? Stadtservice sei der „Arbeitstitel“, sagt Pistorius. Entschieden sei noch nichts. Auch die Mitarbeiter wurden befragt. Der Stadtservice hat aber, wie Horst Baier meint, die besseren Chancen gegenüber Vorschlägen wie „Stawigo“ oder „Volksding“.