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GMHütter Vereins-Tüftler bei Erfindermesse

Auf einem gemeinsamen Stand präsentieren sich Hubert Klingspohn und Axel Echterhoff aus Westerkappeln sowie Jens Glodenstein aus Osnabrück erstmals mit ihren neuen Produkten Besuchern aus aller Welt in der Hoffnung auf internationale Kontakte und vor allem den Abschluss von Lizenzverträgen. Ihre Erfindungen sind beim Deutschen Patentamt für einen Urheberschutz angemeldet worden.

Das wohl kurioseste Angebot hat Westerkappelner Axel Echterhoff, der in Ilmeau bei Erfurt in Thüringen technische Physik studiert: Eine Mondphasenlampe, die positiven Einfluss auf dem menschlichen Hormonhaushalt haben soll. Ein so genanntes Gebrauchsmuster dieser Lampe gibt es zwar ebenso wenig wie den wissenschaftlichen Nachweis, dass sie funktioniert, der 22-jährige ist aber überzeugt von der positiven Wirkung der neuartigen Lampe. Das Mondlicht, dass sich in einem Rhythmus von knapp 30 Tagen langsam aufhellt und abdunkelt, sei in der frühen Menschheit und auch heute noch in der Pflanzenwelt von außerordentlich großer Bedeutung auf den Hormonhaushalt. Hinter verschlossenen Jalousien bei künstlichem Licht bekommen die modernen Stadtmenschen davon leider nichts mehr mit. Echterhoffs Idee: Eine von einem Computerchip gesteuerte Lampe kann in jeder Wohnung das Licht des Mondes simulieren. Einen Prototyp hat der Student auch deshalb noch nicht gebaut, weil der 30-Tage-Rhythmus, in dem sich diese Lampe aufhellen und abdunkeln würde, für die schnellen Messe-Besucher ohnehin nicht wahrnehmbar wäre.

Die Erfindung des Osnabrücker Orgelbauer Jens Goldenstein (33) ist dagegen als handfestes Gebrauchsmuster in Nürnberg zu bestaunen: Eine von ihm selbst gebaute Lampe mit 127 dicht nebeneinander angeordneten Leuchtdioden in Wabenform, deren Lichtkegel durch eine Drehbewegung an einem Rädchen extrem verändert werden kann. Von einem Punktstrahler bis zum Deckenfluter reicht die Vielfalt. Der Vorteil dieser verstellbaren Leuchtdiodenlampe: Sie erzeugt sehr helles Licht, wenig Wärme und verbraucht wenig Energie. Der bisherige Nachteil: Jede kleine Leuchtdiode kosten mindestens 2,5 Euro. Irgendwann, so hofft der Tüftler des GMHütter Vereins, werden diese Minileuchten im Preis extrem sinken und dann auch seine Erfinderlampe zu erschwinglichen Preisen zu haben sein. Der Prototyp hat jedenfalls rund 600 Euro gekostet.

Der Dritte im Bunde der Aussteller von Ideen, Erfindungen und Neuheiten ist der stellvertretende VTEI-Vorsitzende Hubert Klingspohn. In Nürnberg präsentiert der Westerkappelner ein Sonnenschutzmaterial. Unter dem löchrigen Gewebe kann sich die Hitze nicht stauen und bietet dennoch dieselbe Schattenwirkung, wie eine Plastikplane. Wer schon einmal bei strahlendem Sonnenschein in brütender Hitze in einer Hollywoodschaukel geschwitzt hat, weiß, wovon Klingspohn spricht. Ob den drei Tüftlern in Nürnberg der Durchbruch gelingt, ist noch offen. Immerhin zeigen dort ab heute Aussteller aus 25 Ländern rund 600 neuartige Produkte.