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„Habe praktisch in der Halle gelebt“

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Es klingt nach Ausrede oder gar nach Entschuldigung, wenn Klaus Perwas sagt: „Ich habe schon als Knirps mit meinem Vater nach allem geguckt, was Basketball betraf, dann selbst alles durchlebt. Mein ganzes Leben lang war Basketball ein Inhalt. Warum soll man dann was anderes machen?“, fragt sich der 38-Jährige, ohne eine Antwort hören zu wollen.

Die Antwort gibt sich der Osnabrücker selbst, der im zweiten Jahr als Kotrainer bei den Frankfurt Skyliners engagiert ist und am Samstag (14.30 Uhr) in Quakenbrück zum Topspiel der Bundesliga zu Gast ist. Als Kotrainer, obwohl er sich als Spieler eigentlich geschworen hatte: „Alles, nur nicht Trainer werden“. Damals, als er zwischendurch zwei Jahre auf der Highschool in den USA reifte, danach als Spieler bei der BG Bramsche/Osnabrück in der Bundesliga sowie nach einem Jahr Ulm bei den Telekom Baskets von der 2. Liga bis zur deutschen Vizemeisterschaft durchstartete.

Angesteckt durch seinen Vater Peter, der als sportliches Lebenswerk den BC Giants in die Bundesliga führte und seinem Sohn vorlebte, was den „kleinen Perwas“ (zum Vergleich mit dem älteren Bruder Peter junior) heute noch fasziniert. „Ich habe ja praktisch in der Halle gelebt. Da war mein Weg im Sport vorgezeichnet.“

Aus dem Junioren- wurde der A-Nationalspieler, der mit Bonn seine beste Zeit erlebte. Bis zur Saison 1997/98, die Schicksal für ihn spielte: Eine Knieverletzung stoppte seine Karriere, als eine „Lappalie“ trotz aller Ärzte in einer „Katastrophe endete“, denn seither ist Klaus Perwas sportlich ein Invalide.

So eingeschränkt, dass er zum Beispiel nicht Fahrrad fahren kann, weil sein Knie nicht entsprechend zu beugen ist, dass er Schmerzen hat, wenn er als Trainer – erst bei der Junioren-Nationalmannschaft, dann in Rhöndorf und jetzt in Frankfurt – gefordert ist, ohne zu jammern, „denn man lernt damit umzugehen“. Zwischendurch fand er Golf als sportliche Betätigung bis zum Handicap 8 und dort die Chance, zwei Jahre in einem Golf-Geschäft zu arbeiten als andere Lebenserfahrung nach früherer Ausbildung zum Versicherungskaufmann.

Doch der kleine weiße Ball war auf Dauer nicht ausreichende Alternative zum großen orangefarbenen. Frankfurt rief und lässt Perwas nun an der Seite des international renommierten Murat Didin sowie zudem im Jugendkonzept der Skyliners weiter Erfahrung sammeln in der Gewissheit, den Beruf nicht verfehlt zu haben. Im Gegenteil. Seine Erkenntnis: „Man sollte das nehmen, was vor der Haustür liegt.“ Und dabei fühlt er sich so wohl, „dass ich in diesem Beruf aufgehe und die Zeit vergesse“.


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