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Karikaturen von Til Mette vom 21. März bis 21. Mai im Versmolder Rathaus „Hupen Sie, wenn Sie Jesus lieben“

Von Simone Grawe


Versmold. Seine akkurat gezeichneten Cartoons erfreuen wöchentlich die Leser des „Sterns“, die „Sächsische Zeitung“ zeichnete ihn 2009 mit dem „Geflügelten Bleistift“ aus, und ab Mittwoch, 21. März, widmet ihm die Stadt Versmold eine Ausstellung: Zeichnungen des bekannten Karikaturisten Til Mette werden bis zum 21. Mai im Versmolder Rathaus gezeigt.

Til Mette gilt als der wohl bedeutendste Vertreter des US-amerikanischen Cartoon-Stils in Deutschland. Nicht ohne Grund wurde er 1995 als Nachfolger des legendären US-Cartoonisten Gary Larson beim „Stern“ ausgewählt. Dort erscheinen seine Cartoons seit mittlerweile 16 Jahren wöchentlich und exklusiv, wo er pro Heft drei Themen bearbeitet, also stolze 160 Cartoons im Jahr. 14 Jahre lang – von 1992 bis 2006 – lebte Mette in New York. Der 1956 in Bielefeld geborene Karikaturist sieht zwischen dem Humor seines Heimatlandes und den USA deutliche Unterschiede: „Die Amerikaner wollen ein Thema lustig rüberbringen, und die Deutschen wollen eher belehren.“ Mette selbst liegt die amerikanische Haltung mehr. Ihm sei nicht daran gelegen, den Leuten einen Spiegel vorzuhalten. Er sei nicht derjenige, der anderen sagt: Da geht’s lang. Er fühle sich aber stark genug, beim „Stern“ zu sagen, was er meint: „Das heißt aber noch lange nicht, dass ich unbedingt recht habe.“

In seinem neuesten Buch „Gott, oh Gott...“ kriegen die Religionen und ihre Vertreter ihr Fett weg. Neben Zeichnungen aus diesem Buch, die das Zentrum der Ausstellung bilden, sind aktuelle Cartoons und Gemälde zu sehen. Außerdem begegnet der Ausstellungsbesucher der einen oder anderen Figur aus Mettes Cartoons in Lebensgröße. Die Ausstellung ist eine Produktion von Caricatura Kassel.

Mette studierte Geschichte und Kunst in Bremen. Seine Zeichnerkarriere begann in den 70er-Jahren bei Zeitungen aus dem alternativen Umfeld. 1985 war er Gründungsmitglied der taz Bremen. Schon als Student zeichnete er auch für die „Süddeutsche Zeitung“ und für die „Frankfurter Rundschau“. Von 1992 bis 2006 lebte er in New York. 2003 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Heute lebt er mit seiner Familie wieder in Hamburg – und gelegentlich in den USA. Mettes Werke wurden mehrfach ausgezeichnet.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch um 19 Uhr im Foyer des Versmolder Rathauses wird als Laudator ein Freund von Til Mette, der Münsteraner Karikaturist Stephan Rürup, erwartet. Rürup wurde 1965 in Bad Oeynhausen geboren und ist Kinderbuchautor und freiberuflicher Karikaturist. Seit 2000 arbeitet er als Bildredakteur bei der Satirezeitung „Titanic“ und zeichnet für die „Welt am Sonntag“. Im Anschluss an die Eröffnung findet um 19.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses eine Lesung der Bestsellerautoren Stefan Bonner und Anne Weiss mit ihrem aktuellen Buch „Heilige Scheiße“ statt. Bekannt wurden die Autoren mit ihrem Buch „Generation Doof“, in dem sie provokant fragen, wie blöd wir eigentlich sind, und sich mit der Verdummung einer ganzen Generation auseinandersetzen. In ihrem neuen Werk befassen sich die beiden mit der Frage: „Wären wir ohne Religion wirklich besser dran?“ Die Lesung ist eine Kooperation mit der Buchhandlung Krüger und der Stadtbibliothek im Rahmen der Reihe „Versmolder Frühling“. Karten zum Preis von neun Euro gibt es in der Buchhandlung Krüger und in der Stadtbibliothek.