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Dragons-Titan zum Zuschauen verurteilt

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Dragons-Neuzugang Niklas Caner-Medley fällt vorläufig wegen einer Handverletzung aus.Dragons-Neuzugang Niklas Caner-Medley fällt vorläufig wegen einer Handverletzung aus.

"Die Höchststrafe" - eine andere Formulierung kann man kaum erwarten, wenn ein extrem ehrgeiziger junger Basketballprofi direkt vor dem Saisonhöhepunkt pausieren muss. Niklas Caner-Medley, US-Neuzugang bei den Artland Dragons, zog sich im Spiel gegen Ulm - von vielen unbemerkt - einen Mittelhandbruch zu und fällt auch nach dem ersten Play-off-Duell gegen Alba Berlin (siehe Berichte im Sportteil) weiter aus.

Dabei wäre gerade Caner-Medley in diesem Viertelfinale als "besonders wertvoll" einzustufen, weil der Linkshänder für gegnerische Verteidiger schwerer auszurechnen ist. Außerdem ist der 23-Jährige als einer der wenigen in der Lage, sich mit einer einzigen Körpertäuschung freies Schussfeld zu verschaffen, ohne auf den Block des Mitspielers zu warten. Diese Fähigkeit hat er inzwischen etliche Male erfolgreich eingesetzt, während er es bei seinen ersten Einsätzen im Drachen-Trikot zu sehr mit der "Brechstange" versucht hatte. Mit seiner Explosivität in Korbnähe stellt er auch wesentlich größere gegnerische Center vor Probleme.

Umso schlimmer, dass das Kraftpaket aus Massachusetts ausgerechnet jetzt zu den Play-offs ausfällt, nachdem seine Leistungskurve in den Punktspielen gegen Meister RheinEnergie Köln und Verfolger ratiopharm Ulm steil nach oben zeigte. "Ein Titan ist zum Zuschauen verurteilt", drückte es ein ehemalige Quakenbrücker Zweitligakorbjäger sehr plastisch aus. Albas Trainer Henrik Rödl weiß um die Stärken des US-Forwards, der aus Sicht des Teamchefs dem Dragons-Angriff wichtige Impulse gibt und zuletzt "zu großer Form" aufgelaufen sei.

Dass das Quakenbrücker Team nach offizieller Berliner Einschätzung dennoch jederzeit "das Zeug hat, Alba das Leben schwer zu machen", dürfte diesmal kein taktisches Lob sein. Grund für den gegnerischen Respekt ist der wackelige 87:83-Heimsieg am 4. April in der Max-Schmeling-Halle, bei dem Bailey & Co. beeindrucken konnten. Der Nachteil: Unterschätzt werden die Drachen wohl nicht mehr.


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