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Verdächtigter Heckenschütze vor Anklage

Von André Anwar

Stockholm. Nach der Festnahme eines 38-Jährigen mit mutmaßlich rassistischem Hintergrund fand die Polizei nun weitere Beweise. Der Mann wird verdächtigt – über den Zeitraum von einem Jahr aus dem Hinterhalt südländisch aussehende Einwohner getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft will nun voraussichtlich am heutigen Tag Anklage gegen ihn erheben.

Seit die Polizei ihren Verdacht vor zwei Wochen veröffentlichte, herrschte Panik in Malmö. Sie wich am Montag einer ersten allgemeinen Erleichterung. Für Kinder, die von besorgten Eltern sowohl vom Spielen im Freien als auch vom Schul- und Kindergartenbesuch ferngehalten wurden, kehrte am Montag so etwas wie Alltag ein. Auch wenn die Polizei bei der Bekanntgabe der Festnahme des Verdächtigen am Sonntag unterstrich, man werde weiterhin vermehrt die Straßen und Plätze der Stadt absichern. 50 zusätzliche Beamte wurden in den zwei Wochen für entsprechende Patrouillen abgestellt. Am Montag setzte die Polizei die intensiven Ermittlungen weiter fort.

Die Wohnung des Inhaftierten liegt in einem ruhigen Stadtteil. Ein Großteil der registrierten Mordversuche auf Einwanderer fand in der Nähe statt. Zwei Waffen wurden sichergestellt, darunter eine Handfeuerwaffe. Für beide hat der Verdächtige eine Lizenz. In einigen der Mordversuche konnte die Polizei Patronenhülsen sicherstellen, die laut Regionalpresse mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einer der betreffenden Schusswaffen abgefeuert wurden. Auch DNA-Proben des Verdächtigen sollen mit denen, die an Tatorten gefunden wurden, verglichen werden. Nähere Angaben zur Person machte die Polizei nicht.

Die Regionalpresse druckte jedoch am Montag im Internet ein Bild des Verdächtigen ab, in Internetforen wurden sein Name und seine Adresse bekannt gegeben. Ein Bekannter im relativ übersichtlichen Malmö mit seinen 250000 Einwohnern beschreibt ihn in der Zeitung „Sydsvenskan“ als „Perfektionist“.

Vor allem die hohe Polizeipräsenz habe die Ergreifung möglich gemacht, sagte Vizepolizeirevierchefin Åsa Palmqvist am Montag. Die Bevölkerung habe, dankbar über den Polizeischutz, vermehrt Hinweise abgegeben. Heute soll die Staatsanwaltschaft über fortgesetzte Untersuchungshaft und eventuell auch über eine konkrete Anklageerhebung Auskunft geben.