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Osnabrücker ausgezeichnet Bundesverdienstorden für Patsy Hull-Krogull und Michael Hull

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Berlin. Für das inklusive Musical „Magic Journey“ ist Michael Hull gemeinsam mit seiner Schwester Patsy Hull-Krogull mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet worden.

Fast klang es zuerst nach einem Möwenschrei. Doch schnell wurde hörbar: Dies war nur das technisch verzehrte Intro zu einem Tango argentino. Das Stück stammt aus dem Musical „Magic Journey“. Über die Tanzfläche im Berliner Bundesarbeitsministerium führte zu diesen Klängen der Osnabrücker Michael Hull seine Partnerin Luisa-Marie Werremeyer. Sie hat Trisomie 21.

Die Hulls erhielten die erwähnte Würdigung für ihr Engagement für die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung am künstlerischen Leben. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) überreichte die Auszeichnung am späten Mittwochabend in Berlin. „Sie haben denen besondere Gefühle vermittelt, die beim Tanzen oft alleine außen vor stehen“, sagte sie. „Sie haben Menschen auf die Bühne geholt und sie stark gemacht.“

Bei dem Projekt „Magic Journey“ tanzen im Duo einer mit und einer ohne Handicap miteinander. In den Tanzgruppen der Patsy-&- Michael-Hull-Foundation sollen so neue Möglichkeiten der Begegnung von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung geschaffen werden. Die beiden beziehen in ihre Bühnenprojekte Menschen mit ein, die aufgrund körperlicher oder geistiger Behinderung oder eines Migrationshintergrundes zu den eher Benachteiligten der Gesellschaft gehören.

„Patsy und Michael wecken in uns ganz tolle Kräfte“, sagte eine Tänzerin in einem Einspielfilm bei der Preisverleihung, die von Johannes B. Kerner moderiert wurde. Eine andere meinte: „Ich wusste gar nicht, dass ich so toll tanzen kann.“ Die Geehrten selbst gaben sich bescheiden. „Wir stellen uns gerne vor Menschen mit Beeinträchtigungen“, sagte Patsy Hull-Krogull. „Wir sind alle Geschöpfe Gottes.“ Die Gemeinschaft in der Tanzgruppe sei wie in einer „großen Familie“, in der man einander helfe. „Das kommt von Herzen.“ Ihr Bruder ergänzte: „Rhythmus ist für alle da, da gibt es keine Grenzen.“

Für das Engagement für Menschen mit Behinderungen überreichte die Ministerin auch drei weiteren Personen den Bundesverdienstorden: So erhielt ihn der Berliner Raúl Aguayo-Krauthausen für die interaktive Internetkarte „Wheelmap“, auf der weltweit barrierefreie Orte verzeichnet sind. Sylvia Müller-Schön aus Grimma errichtete mit dem Verein Lebenshilfe die erste integrative Tages- und Wocheneinrichtung für geistig behinderte Menschen in Sachsen. Ihr Engagement gilt der Enthospitalisierung geistig behinderter Menschen. Die ehemalige Leiterin einer inklusiven Grund- und Gesamtschule in Gießen, Wiltrud Thies, ist im In- und Ausland im Bereich der Fortbildung insbesondere auf dem Gebiet der inklusiven Schulentwicklung tätig. Seit dem Jahr 2010 ist sie in den Expertenkreis „Inklusive Bildung“ der Deutschen UNESCO-Kommission berufen.

Hier geht‘s zum Video des Ministeriums: http://www.bmas.de/SharedDocs/Videos/DE/Artikel/Meldungen/ordensveranstaltung-2013.html


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