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"Fangt niemals an, aufzuhören und hört nie auf, anzufangen!"

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Im Rahmen einer ansprechenden Feier, fand die Verabschiedung der Abiturientia 2001 des Gymnasium Marianum Meppen im großen Emslandsaal Kamp statt. Schulleiter Lübbers händigte insgesamt 105 Abiturienten das Zeugnis der erlangten Hochschulreife aus. Prominentester Gast war der Festredner Landtagspräsident Prof. Rolf Wernstedt aus Hannover.

Wernstedt zielte in seiner Rede darauf ab, die Engführung, die der sogenannte "moderne Mensch" im Hinblick auf das technisch Mögliche und Machbare, oft erliege, aufzuweichen. Er warnte davor, falschen Gurus aufzusitzen. Computer und Laptop garantierten noch keine Bildung. Die Beschäftigung mit neuen Technologien erspare dem Menschen nicht die Frage nach dem Sinn des Lebens, betonte der ehemalige Kultusminister. Eine Gesellschaft, die sich nur von "reinen Kenntnissen und Fertigkeiten" leiten lasse, befinde sich in der Gefahr, Wesentliches - die Bildung - aus den Augen zu verlieren.

Und hierbei komme es entscheidend darauf an, Zuverlässigkeit zu üben, unabhängig vom Alter Lern- und Lernbereitschaft zu zeigen, Ausdauer, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit einzusetzen, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit walten zu lassen und sich in Konzentrationsfähigkeit zu trainieren. Wer nach der Schule auf sich gestellt in das Leben eintrete, sehe sich in die Verantwortung gestellt. Entsprechende Bereitschaft und der Wille, selbständig zu entscheiden und zu handeln, seien da von ausschlaggebender Bedeutung, fügte Prof. Wernstedt hinzu.

Nicht minder wichtig sei die Fähigkeit, Kritik und auch Selbstkritik zu üben. "Wen wir nicht zu unterstellen in der Lage sind, dass andere zumindest teilweise Recht haben könnten, sind wir eine inhumane Gesellschaft," behauptete der Redner. In einer Zeit der schnellen Entscheidungen gewännen Kreativität und Flexibilität mehr und mehr an Bedeutung. Als Katastrophe der demokratischen Bildung bezeichnete es Prof. Wernstedt, wenn die Auffassung Raum griffe, dass eine Gesellschaft auch dann funktioniere, wenn der einzelne Mensch nichts für sie tue. "Unsere Gesellschaft lebt davon, dass wir einen Teil dessen, was wir erlernen durften, an sie zurückgeben." Den jungen Menschen - und nicht nur ihnen - gab der Landtagspräsident den Rat, alles Tun unter die Frage zu stellen: Was kann davon anderen Menschen zugutekommen?

Der stellvertretende Landrat Josef Egbers, der zusammen mit dem Ersten Kreisrat Winter den Landkreis Emsland vertrat, bezeichnete das Abitur als "Tor zu einer in eigener Verantwortung zu lebenden Zukunft". Nicht ängstliches Zaudern, sondern beherztes Mitmachen sei gefragt, unterstrich Egbers und rief die jungen Leute auf, sich engagiert an der Gestaltung des öffentlichen Lebens zu beteiligen und Beiträge zur sozialen Gerechtigkeit zu leisten. Meppens Bürgermeister Heinz Jansen würdigte das gerade auch in der jüngsten Vergangenheit von den Marianum-Schülern demonstrierte gesellschaftliche Engagement. Die Aktivitäten hätten bewiesen, dass man hier bereit sei, erkannte Verantwortung als gelebte Demokratie zu praktizieren.

Der Vertreter des Bistums, Dr. Veerburg, sah mit Blick in die Gesichter der Abiturienten die Aussage des biblischen Buches Kohelet bestätigt: "Das Wissen eines Menschen macht seine Miene strahlend, und seine Züge hellen sich auf!" Wer immer gebückt arbeite, sehe nur den Boden. Erst wenn sich der Mensch aufrichte, weite sich sein Blickfeld. Gerade in einer Gesellschaft, in der Zeit Geld sei, erhalte der siebte Tag eine ganz besondere Bedeutung als Unterbrechung der Arbeit mit der Möglichkeit, seinen Weg zu bedenken und immer wieder neu auszurichten, betonte Dr. Veerburg. Für die Eltern sprach Dr. Osmers. Er gab den jungen Menschen die Erkenntnis mit auf den Weg, dass man auch aus Steinen, die in den Weg gelegt worden seien, Großes und Schönes bauen kann. Sein Rat an die Abiturientia: "Fangt niemals an, aufzuhören, und hört nie auf, anzufangen."

Abiturientensprecher Thorsten Kornblum "verpackte" seine inhaltschweren Abschiedsworte in eine Folie hintersinnigen Humors. Dennoch fehlte nicht der angemessene Ernst. Man werde jetzt beginnen, so versprach er, erworbene Fähigkeiten, aufgenommenes Wissen und gespeicherte Informationen ordnen und skeptisch analysieren. Man sei sich bewusst, dass es bei der Umsetzung in die Tat einer absoluten Verantwortung bedürfe. Wie auch seine Vorredner dankte der Sprecher allen Wegbegleitern, wobei er namentlich den Koordinator Michael de Witt hervorhob.

Und noch ein Name wurde wiederholt lobend erwähnt: Schulassistent Heinz Prigge, der nach 25 Jahren Dienstzeit in den Ruhestand tritt. Schulleiter Lübbers, der sich zuvor beim Schulträger und beim Landkreis Emsland für Unterstützung und zukunftsfähiges politisches Handeln bedankt hatte, überreichte Prigger ein Abschiedsgeschenk. Die Jazzband des Gymnasium Marianum leistete unter der Leitung von Hennig Paulmann einen wesentlichen Beitrag zur niveauvollen Bereicherung des Festprogrammes.

Die Abiturienten: Bettina Ahlers, Marcel Albers, Ilona Alves, Christiane Augustin, Anna Maria Becker, Ralph Beerling, Daniel Behrens, Timo Behrens, Natalie Berends, Katharina Blanke, Kathrin Bögemann, Kathrin Boven, Benedikt Brenken, Roman Buchwald, Christian Dasenbrock, Birgit Deetjen, Carina Deters, Christina Dickebohm, Inga Dickebohm, Jan-Gerrit Dickebohm, Daniela Drosten, Anna-Maria Dümmer, Jan-Henrik, Duscynski, Julia Felthaus, Peter Finkenbusch, Michaela Fischer, Stefan Georg, Philipp Gerdelmann, Danika Grade, Manuela Grumler, Jan-Henning Gülker, Maria Hazelbecke, Alexandra Hebbelmann, Olga Helmle, Astrid Hempen, Marion Hinrichs, Birgit Hoffschulte, Dominic Jansen, Martina Jansen, Mathias Jungedeitering, Iris Kaiser, Christoph-G. Kalicinsky, Florian Klasen, Christina Klawa, Miriam Kleist, Christina Kohn, Christine Koop, Thorsten Kornblum, Thorsten Kotte, Gerold Kruth, Daniel Kühlenborg, Stella Lammers, Tobias Leigers, Marie Lingemann, Tobias Lohe, Karin Lünnemann, Ingo May, Isabell Meyer, Silvia Meyer, Benedikt Niemann, Andrea Oechtering, Dennis Olliges, Jan-Helge Osmers, Philipp Ostermann, Lydia Plagge, Tobias Pobandt, Mareike Ramforth, Stefanie Ramforth, Lars Riedemann, Ester Rittstieg, Fabian Robben, Maria Röckers, Daniel Sahnen, Tobias Schimmöller, Simone Schleper, Jasmin Schmidt, Nicole Scholz, Jörg Schomaker, Julia Schomaker, Frauke Schöttmer, Inga Schreiber, Anne Schröer, Christian Schulte, Christiane Schulze, Adrian Schütte, Kathrin Schütte, Kim Schwarzer, Christian Sielker, Kristina Straeck, Maren Stroot, Larissa von Stumberg, Judith Tallen, Astrid Tan, Patrick Tangen, Eva-Maria Tensing, Johannes Timpe, Konrad Tschan, Jens Uhlen, Yasemin Ulusoy, Kirstin Vehring, Christina Voss, Stefanie Welling, Annika Wolter, Maria Wübben, Benjamin Wudtke.


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