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Stele auf dem Schoellerhof in Neuenkirchen-Vinte eingeweiht Theo Paul: Wir brauchen Archen und Biotope

Von Sigrid Schüler-Juckenack


ssj Neuenkirchen/Br.. Generalvikar Theo Paul hat auf dem Schoellerhof in Neuenkirchen/Bramsche eine Stele eingeweiht, die Hermann Gebbeken entworfen hat, der sich schon seit langer Zeit mit der Bearbeitung von Steinen befasst und in seinen Entwürfen nach eigenen Worten ausschließlich theologische Themen umsetzt.

Die Steinsäule ist passend zur Zukunft des Schoellerhofs gestaltet. Der wurde nämlich von seinen Besitzern, den Familien Sievert und Grothaus, im Jahr 2006 in eine Stiftung umgewandelt. Die Flächen des Betriebes, die zum großen Teil zurzeit noch konventionell landwirtschaftlich genutzt werden, können Kommunen der Region für Kompensationsmaßnahmen, die sie bei Eingriffen in die Natur durchführen müssen, nutzen.

Diesen ökologischen Gedanken hat Gebbeken bei der Gestaltung der Stele aufgegriffen. Im mittleren Teil der dreigeteilten Steinsäule ist die Taube der Arche mit einem Zweig im Schnabel zu sehen, auf der Rückseite sind Flut und Regenbogen dargestellt.

Generalvikar Theo Paul erläuterte, dass es bei der biblischen Geschichte der Arche Noah um eine Situation gegangen sei, in der es Leben und Überleben zu organisieren galt. Dem ganz ähnlich gehe es bei der Stiftung Schoellerhof nicht darum, eine ländliche Idylle zu bewahren, sondern Lebensräume, die wir heute oft nicht mehr bewusst wahrnehmen, die aber für die Erhaltung der Artenvielfalt und die Zukunft der kommenden Generationen notwendig seien. „Wir brauchen Archen und Biotope“, so der Theologe.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab Rainer Schmidt, Bundesförster vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser und Leiter des Forstreviers Seeste, Erläuterungen zur Stiftung Schoellerhof. Insgesamt umfasse die Stiftung 209 Hektar, die räumlich zusammenliegen. Etwa 60 Prozent der Hofflächen lägen in Nordrhein-Westfalen, 40 Prozent in Niedersachsen.

Da Eingriffe in die Natur ortsnah kompensiert werden sollten, lägen hier Flächen, die hauptsächlichen von den Landkreisen Steinfurt und Osnabrück genutzt werden könnten. Für die Gemeinde Westerkappeln und den Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen habe es bereits großflächige Kompensationsmaßnahmen gegeben.

Die Flächen des Hofes sollen aber nicht in Moor- oder Heidelandschaft zurückgeführt werden, sondern der Landwirtschaft erhalten bleiben, so Schmidt. „Es ist eine Rückführung von intensivem Ackerbau in extensive Grünlandwirtschaft geplant.“

Nach seinen Worten besteht Kompensierungsbedarf in vielen Kommunen der Region. Bei der Stiftung können sie Ökopunkte erwerben. Mit dem Geld werden entsprechende Flächen des Hofes ökologisch aufgewertet und über die Stiftung dauerhaft gepflegt.


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